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| 01:36 Uhr

Enthusiasten wollen wieder Turm auf dem Beutenberg

Karl Bauerschaper, Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Turmfreunde, zeigt in Chemnitz auf einer Gedenktafel den ehemaligen Turm auf dem Beutenberg. Foto: dapd
Karl Bauerschaper, Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Turmfreunde, zeigt in Chemnitz auf einer Gedenktafel den ehemaligen Turm auf dem Beutenberg. Foto: dapd FOTO: dapd
Chemnitz. Der Beutenberg im Zeisigwald ist mit etwa 420 Metern die höchste Erhebung im Osten von Chemnitz. 1887 wurde dort ein 25 Meter hoher Aussichtsturm errichtet. Von Carola Benz

Doch den gibt es längst nicht mehr. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg verschwand die Holzkonstruktion auf bis heute ungeklärte Weise. Ein paar Enthusiasten vom Verband der Deutschen Turmfreunde (VDT), der in Sachsen seine Wurzeln hat, machen sich nun für einen neuen Turm stark. Einen Markierungsstein gibt es schon am ehemaligen Standort. Seit kurzem weist auch eine Informationstafel auf das Anliegen hin.

“Wir wollen hier wieder einen Aussichtsturm„, sagt Verbandschef Karl Bauerschaper aus Lichtenau, einer der Initiatoren. Der Beutenberg sei eine markante Erhebung an der Schwelle zum Erzgebirge. Außerdem rücke das Gebiet zunehmend ins überregionale Blickfeld, werde eines Tages vielleicht Unesco-Welterbe. Es war der Beutenberg-Vulkan, der vor 290 Millionen Jahren den tropischen Urwald ringsum erstickte. Die dadurch entstandenen Kieselhölzer sind als Versteinerter Wald von Chemnitz eine weltweite Sensation. Das rötlich-graue Deckgestein wurde im Zeisigwald gebrochen und ziert viele Bauten der Umgebung. Für Bauerschaper ein Grund mehr, dass die touristische Attraktivität durch einen Turm erhöht werden sollte. Noch fehlt dem Verein allerdings das Geld dafür. Mit der Infotafel sollen möglichst viele Menschen auf das Vorhaben aufmerksam gemacht werden. Der Verband hofft, dass so vielleicht eine Spendeninitiative in Gang kommen könnte. Das Land Sachsen ist Eigentümer des Waldgebietes. Forstbezirksleiter Ingolf Hoppe sagt, dass ein entsprechender Antrag geprüft werden würde. Hoffnung auf staatliche Zuschüsse macht er den Turm-Anhängern aber nicht.

Zwtl: Zeit der Fördermittel ist passé Auch für die Stadt Chemnitz ist der Beutenbergturm kein Thema. Die Zeiten, als es für solche Projekte Fördermittel gegeben habe, seien vorbei, sagt Gernot Kupfer vom Grünflächenamt. “Wir haben vor Jahren mal 180 000 D-Mark für einen Holzturm kalkuliert. Und dann muss noch für die Sicherheit gesorgt werden.„ Bei Türmen kennen sich der 76-jährige Bauerschaper und Ko-Autor Armin Kaden in Sachsen bestens aus. Sie haben bereits einen “Fernblicke„-Führer für einen Teil von Sachsen veröffentlicht.