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| 12:15 Uhr

Einigung bei Tarifverhandlungen
Textil-Beschäftigte im Osten bekommen 37-Stunden-Woche

 Aktion während der Tarifverhandlungen für die ostdeutsche Textilindustrie in Meerane.
Aktion während der Tarifverhandlungen für die ostdeutsche Textilindustrie in Meerane. FOTO: IG Metall / Igor Pastierovic
Meerane. Die rund 16 000 Beschäftigten der ostdeutschen Textilindustrie müssen künftig weniger arbeiten. Und nicht nur das.

Bis 2027 sinke die Wochenarbeitszeit in sechs Schritten von 40 auf die auch in Westdeutschland üblichen 37 Stunden, teilten die IG Metall und der Verband der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie am Dienstag mit. Darauf habe man sich in der Nacht im sächsischen Meerane verständigt.

Der Kompromiss sieht vor, dass die Beschäftigten ab Juni 2,6 Prozent mehr Geld erhalten, ab August 2020 weitere 1,6 Prozent und ab September 2021 zwei Prozent zusätzlich. Außerdem einigten sich die Tarifvertragsparteien darauf, dass das Urlaubsgeld in drei Stufen an das westdeutsche Niveau angeglichen wird: Es wird ab 2019 auf 625 Euro erhöht und steigt jeweils in 2020 sowie 2021 um weitere 25 Euro. Darüber hinaus wird die Übernahmeverpflichtung für Ausgebildete verlängert. Die Altersteilzeitregelung wird ebenfalls weitergeführt.

„Gemeinsam haben die Kolleginnen und Kollegen ein Stück Gerechtigkeit erkämpft und damit mehr soziale Einheit im Land durchgesetzt“, betonte der IG-Metall-Bezirksleiter für Berlin, Brandenburg und Sachsen, Olivier Höbel. Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Jenz Otto, hob hervor, dass der Abschluss den Unternehmen langfristige Planungssicherheit gebe. Der Entgelt-Tarifvertrag gilt für drei Jahre bis Ende April 2022.

Die ostdeutsche Textilindustrie produziert von Strümpfen über Schutzkleidung und Sitzbezüge bis hin zu technischen Textilien ein breites Angebot. Die meisten Beschäftigten gibt es mit 12 000 in Sachsen, 2500 sind es Thüringen.

(dpa)