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Ein Konzept für Leipziger Zuwachs

Blick über die sächsische Metropole, zu der 63 Ortsteile gehören.
Blick über die sächsische Metropole, zu der 63 Ortsteile gehören. FOTO: Jan Woitas
Leipzig. Die Stadt Leipzig erlebt derzeit ein rasantes Wachstum. Doch damit kommen auf die Kommune auch gewaltige Herausforderungen zu. Was bis zum Jahr 2030 passieren soll, hat nun die Stadtverwaltung vorgestellt. Jörg Aberger

Mit einem Integrierten Stadtentwicklungskonzept will die Stadtverwaltung Leipzig die Kommune bis 2030 für eine Zahl von rund 700 000 Einwohnern fit machen. "Die Stadt hat sich radikal geändert und wächst rasant", sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung am Mittwoch bei der Vorstellung des Konzepts. Nach einem Schrumpfungsprozess nach dem Fall der Mauer, als die Einwohnerzahl zwischenzeitlich auf weniger als eine halbe Million gefallen war, leben derzeit fast 580 000 Menschen in Leipzig - Tendenz steigend.

Für alle 63 Leipziger Ortsteile werde untersucht, welche Chancen und Risiken sich aus dem Wachstumskurs ergeben. Zugleich gehe es aber auch um eine engere Verzahnung mit den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen sowie eine stärkere Zusammenarbeit mit der Nachbarstadt Halle, sagte Jung. So sei es beispielsweise selbstverständlich, dass sich im Umland Gemeinden als Wohnorte für Menschen anböten, die in Leipzig arbeiteten.

Die Entwicklung solle unter dem Motto "Leipzig wächst nachhaltig" begleitet werden. Zentrale Punkte seien Internationalität, Nachhaltigkeit, Wirtschaftskraft und sozialer Ausgleich.

Sollten in den kommenden Jahren tatsächlich mehr als 100 000 Neu-Leipziger zu verzeichnen sein, so hätte das nach Jungs Angaben Auswirkungen auf zahlreiche Lebensbereiche. "Das reicht von der Bildung über die Mobilität und die Frage nach Wohnraum bis hin zu Forschung und der Sicherheitsinfrastruktur", erklärte er.

Die Strategie "Leipzig 2030" setze sich aus elf Fachkonzepten zusammen, die von der Verwaltung, den Fachämtern und mit Bürgerbeteiligung entstanden. In öffentlichen Veranstaltungen sollen die Vorhaben des Konzepts noch einmal mit der Bevölkerung diskutiert werden. Auch zwei Ausstellungen sollen den Leipzigern und Gästen der Stadt die Vorstellungen zur weiteren Entwicklung der Stadt näher bringen. Der Beschluss des Stadtrats zur Umsetzung des Konzepts ist für das erste Quartal kommenden Jahres vorgesehen.

Fördermittel für Schulen
Mit Fördermittelbescheiden über mehr als neun Millionen Euro reist Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) am Freitag nach Leipzig. Wie das Ministerium in Dresden mitteilte, fließt das Geld in den Ausbau und die Sanierung von drei Schulen.