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Dresdner Sinfoniker mit Maya-Musikern vereint

Freut sich auf das Konzert – der Intendant der Dresdner Sinfoniker, Markus Rindt.
Freut sich auf das Konzert – der Intendant der Dresdner Sinfoniker, Markus Rindt. FOTO: dpa
Dresden/Mexiko-Stadt. Als die Welt im Dezember 2012 mit dem Ende des Maya-Kalenders auf den Untergang wartete, sorgten die Dresdner Sinfoniker mit einem transatlantischen Konzertprojekt für Furore. Nun spielen sie in Mexiko erstmals gemeinsam mit den Maya-Musikern in einem Saal. dpa/uf

Knapp anderthalb Jahre nach ihrem aufsehenerregenden Konzertprojekt "Codex Dresdensis - Zum Ende der Zeit" spielen die Dresdner Sinfoniker das Werk erneut. Sie musizieren erstmals vereint mit mexikanischen und guatemaltekischen Musikern in einem Saal: Am heutigen Freitag steht das Stück im Palacio de Bellas Artes in Mexiko-Stadt auf dem Programm, wie Intendant Markus Rindt sagte.

Der Maya-Codex hatte der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek 2012 wegen der Weltuntergangs-Prophezeiungen einen einzigartigen Besucheransturm beschert. Die rund 800 Jahre alte Handschrift, eine von drei noch erhaltenen, lagert in der Schatzkammer der Bibliothek. Direkt darunter fand das Konzert statt.

Dieser Aufführung mit den Dresdner Sinfonikern waren die Musiker-Kollegen aus Mittelamerika live über Video zugeschaltet. Das Projekt habe auch in Mexiko und Lateinamerika ein riesiges Presse-Echo gefunden, sagte Rindt. Anschließend seien die Sinfoniker vom renommierten FMX-Festival für zwei Konzerte in die mexikanische Hauptstadt eingeladen worden. Seit Sonntag laufen dort die Proben. "Wir spielen exakt das Programm, das wir am 21. Dezember 2012 in Dresden aufgeführt hatten, nur dass wir uns dieses Mal im gleichen Konzertsaal befinden", sagte Rindt. Es handele sich um eine Kooperation mit dem Mexico Philharmonic Orchestra, dessen Chefdirigent José Areán bereits das Dresdner Konzert dirigiert hatte. Höhepunkt des "Endes der Zeit" bildet das Werk "Albaktún" von Enrico Chapela. Albaktún heißt "Dämmerung des Baktún". Baktún wiederum ist das Jahrtausend, das bei den Maya allerdings nur 400 Jahre zählt. Das zweite Konzert der Dresdner Sinfoniker am Samstag findet Rindt zufolge im Centro Cultural del México Contemporáneo statt - einem Saal, der ausschließlich für zeitgenössische Musik genutzt werde. "Dort werden eine Uraufführung des mexikanischen Komponisten Enrico Chapela für Vokalsextett und Orchester sowie mehrere Stücke von Frank Zappa für Orchester zu erleben sein."