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| 02:39 Uhr

Dresden will wieder schillern

Besucher des Semperopenairballs 2015 auf dem Theaterplatz in Dresden. Auch dieses Jahr wird hier der Andrang groß sein.
Besucher des Semperopenairballs 2015 auf dem Theaterplatz in Dresden. Auch dieses Jahr wird hier der Andrang groß sein. FOTO: dpa
Dresden. Uschi Glas kommt. Der Außenminister von Oman kommt. Und ein Ex-Präsident namens Christian Wulff mit seiner Frau. Glamour aus Dresden ist gerade nicht so gefragt. Christine Keilholz

Die Semperoper in Dresden ist in den vergangenen Monaten ein Symbol für düstere Zusammenkünfte geworden. Das erste Haus am Theaterplatz steht seit über einem Jahr als schöner Hintergrund auf jedem Nachrichtenbild von Pegida-Kundgebungen. Dafür kann die Oper zwar nichts, sie hat auch mehrmals den selbsternannten Abendlandrettern das Licht ausgeknipst. Dennoch, Dresdens Image hat gelitten, und das berühmte Opernhaus steht mittendrin.

Wenn am heutigen Freitag, wie erwartet, 15 000 Menschen auf dem Theaterplatz Walzer schunkeln, dann soll es unbedingt ein Statement für die Weltoffenheit der Stadt werden. Die 11. Auflage steht unter dem Motto "Dresden schillert - der Ball ist bunt".

Dresden ist immerhin eine der wenigen Städte, in der ein Ball dieser Dimension überhaupt funktioniert. In Frankfurt/Main kam seit Jahren kein Opernball zustande, der Nürnberger steht auf der Kippe, die Bälle in Leipzig und Hannover sind eher von lokaler Bedeutung. Der Dresdner dagegen hat es auf Augenhöhe mit der Wiener Mutter aller Opernbälle geschafft. Wladimir Putin war schon da, Schwedens Königin Silvia kam vor zwei Jahren, Roberto Blanco kommt jedes Jahr. Diesmal hat sich Uschi Glas angekündigt. Der Schauspieler Mario Adorf soll beim Ballabend den St. Georgs-Orden für sein Lebenswerk überreicht bekommen. Ebenfalls dekoriert wird Youssef al-Alawi Abdullah, Außenminister des Sultanats Oman für seine "Rolle als Brückenbauer im Nahen Osten", wie der künstlerische Leiter des Balls, Hans-Joachim Frey, betont.

Die Hochkaräter auf der Gästeliste werden traditionell erst in der Woche vor dem Ball bekannt gegeben. Ob, wie gemunkelt wird, Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit begrüßt werden kann, darüber schweigt sich das Organisationskomitee noch aus. Gab aber schon die Zusage von Ex-Bundespräsident Christian Wulff und seiner Frau Bettina bekannt. Wulff darf sich schon freuen auf einen Orden für seine Verbundenheit zu Dresden. Ballchef Frey freut sich für Wulff, dem "im vergangenen Jahr Recht zuteil" geworden sei, ebenso wie neuerliches Familienglück. Die Laudatio auf Wulff soll der EU-Kommissar Günther Oettinger halten.

Zwei Stunden dauert die Show in der Oper, dann darf getanzt werden. Die Kleider der Debütantinnen sind diesmal obst-farben. Moderieren werden am Freitag zum ersten Mal Guido Maria Kretschmer und Mareile Höppner. Der Modedesigner und Shopping-Showmaster folgt auf Gunther Emmerlich, der nach zehn Bällen das Mikro abgibt. Auch für Emmerlich ist noch ein Orden da.

Die Karten für das Event kosten bis zu 1950 Euro. Wer gut zu Fuß ist, kommt mit einer Flanierkarte für 250 Euro durch den Abend.