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Die Grenzkriminalität im Blick

Denen entgeht nichts – Sachsens Innenminister Markus Ulbig präsentiert in Görlitz die neuen mobilen Videoüberwachungskameras.
Denen entgeht nichts – Sachsens Innenminister Markus Ulbig präsentiert in Görlitz die neuen mobilen Videoüberwachungskameras. FOTO: dpa
Görlitz. Zur Kriminalitätsbekämpfung sollen an vier Standorten in der Görlitzer Altstadt hochauflösende Videokameras aufgestellt werden. "Viele Straftaten konnten jüngst durch Hilfe und Auswertung von Videomaterial aufgeklärt werden. dpa/bl

Beim U-Bahn-Treter in Berlin oder beim Brandanschlag auf die Moschee in Dresden lieferten Bilder die Spur zum Täter", sagte Innenminister Markus Ulbig (CDU) am Mittwoch bei der Vorstellung des Pilotprojekts der Polizeidirektion Görlitz. Mit der Technik soll der Fahrzeug- und Personenverkehr 24 Stunden kontrolliert werden, um potenzielle Täter vor neuen Straftaten abzuschrecken und konkrete Ermittlungen direkt nach Straftaten zu erleichtern.

Hintergrund der präventiven Videoüberwachung ist die Entwicklung der grenzübergreifenden Eigentumskriminalität in der deutsch-polnischen Grenzstadt. Im vergangenen Jahr sind nach Polizeiangaben 3000 Delikte angezeigt worden. Nach der europaweiten Ausschreibung im September 2017 könnte das Projekt im kommenden Jahr an der Neiße beginnen. Zur Finanzierung sind aus dem sächsischen Landeshaushalt rund 500 000 Euro geplant.

Die Grenzkriminalität ist auch in brandenburgischen Kommunen an Neiße und Oder immer wieder Thema. So registrierte die Polizei 2015 in Guben 1818 Straftaten, gut 100 mehr als im Vorjahr. Autodiebstahl und Einbruch waren hier die Sorgenkinder der Polizei, die Zahlen in beiden Deliktfeldern stiegen deutlich. Rund 1000 Straftaten mehr waren es 2016 in Forst. Dort gab es 2016 rund doppelt so viele Diebstähle wie in Guben - 1755. In Guben waren es 942.

Brandenburgs Polizei reagierte auf diese hohen Kriminalitätszahlen mit gezielter Prävention und verstärkten Streifen. Seitdem bessert sich die Sicherheitslage.