ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 13:06 Uhr

Pücklerpark Bad Muskau hat Titel schon
Das Erzgebirge zittert: Entscheidung über Welterbe-Bewerbung

 Das Erzgebirge hat eine Jahrhundertelange Bergbautradition. Als Kulturlandschaft hat sich die deutsch-tschechische Region um den Titel Weltkulturerbe beworben. Die Entscheidung wird an diesem Wochenende in Baku erwartet.
Das Erzgebirge hat eine Jahrhundertelange Bergbautradition. Als Kulturlandschaft hat sich die deutsch-tschechische Region um den Titel Weltkulturerbe beworben. Die Entscheidung wird an diesem Wochenende in Baku erwartet. FOTO: epd / Wolfgang Schmidt
Dresden/Bad Muskau. Der Pücklerpark in Bad Muskau hat ihn, Sachsen Hauptstadt Dresden hatte ihn und die Montanregion Erzgebirge möchte ihn: den Titel Unesco-Welterbe. Dieses Wochenende fällt die Entscheidung, ob sich die Anstrengungen der sächsischen Bergbauregion gelohnt haben.

Viele Jahre Vorbereitung stecken in der Bewerbung, jetzt wird am Wochenende eine Entscheidung getroffen: Die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří will in die Liste der Unesco-Welterbestätten aufgenommen werden. Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) wird mit einer deutsch-tschechischen Delegation in Baku in Aserbaidschan weilen, wo bei der 43. Unesco-Jahrestagung über den Antrag entschieden wird.

„Der Bergbau im Erzgebirge war über Jahrhunderte die Grundlage des Wohlstandes in Sachsen und ist ein Teil unserer Identität“, sagte Kretschmer laut Mitteilung vor dem Abflug nach Baku. Die Initiatoren des Antrags seien seit 16 Jahren hoch engagiert. Mit dem Besuch in Baku wolle er zeigen, „dass der Freistaat Sachsen geschlossen hinter dem Antrag der Montanregion steht“.

Die Zeichen stehen gut

Die Zeichen für eine positive Entscheidung stehen gut: Alle drei Anträge mit deutscher Beteiligung seien auf dem richtigen Weg, sagte Maria Böhmer, Präsidentin der deutschen Unesco-Kommission. Neben dem Erzgebirge bewerben sich auch Augsburg mit seinem Wassermanagement-System sowie Bayern gemeinsam mit Österreich, Slowakei und Ungarn mit der alten römischen Militärgrenze – dem Donaulimes. Weltweit sind 35 Stätten nominiert.

Im Erzgebirge warten die Menschen gespannt auf die Entscheidung aus Baku. „Das Projekt wird an vielen Orten gelebt“, sagte Matthias Lißke, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Erzgebirge, die das Projekt federführend begleitet. Mehr als 1000 Menschen seien an der Bearbeitung des Antrags beteiligt gewesen. Sollte die Entscheidung positiv ausfallen - wovon Lißke ausgeht - wird eine Jubiläumsfeier zur Wiederbelebung der Bergbrüderschaft in Olbernhau zur Siegesfeier umfunktioniert.

Gut 300 Menschen passen in die Saigerhütte in Olbernhau, die auch Teil des Welterbes werden soll. Auch draußen soll die Geschichte des Antrags sowie eine Live-Schaltung nach Baku auf einer Video-Wand zu sehen sein, erklärte Udo Brückner, Vorstandsmitglied im Saigerhüttenverein.

Seit 20 Jahren auf Vorschlagsliste

 Der Pücklerpark in Bad Muskau ist derzeit in Sachsen die einzige Stätte, die den Weltkuturerbe-Titel der Unesco trägt.
Der Pücklerpark in Bad Muskau ist derzeit in Sachsen die einzige Stätte, die den Weltkuturerbe-Titel der Unesco trägt. FOTO: Torsten Richter-Zippack

„Der Welterbetitel ist für die Entwicklung und den Wert der Region für viele Jahre sehr wertvoll“, sagte Lißke. Er verspricht sich positive Auswirkungen für den Wirtschaftsstandort Erzgebirge und den Tourismus in der Region. Die Montanregion steht bereits seit 20 Jahren auf der Vorschlagsliste für den Welterbe-Titel. Das historische Bergbaugebiet in Sachsen und Böhmen besteht aus 22 Bestandteilen, davon 17 auf deutscher Seite.

Auf der Liste des Welterbes stehen derzeit knapp 1100 Kultur- oder Naturstätten in 167 Staaten. Deutschland ist bislang mit 44 Stätten auf der Liste vertreten.

Aktuell gibt es nur eine Stätte in Sachsen, die den Titel Unesco-Welterbe trägt: den Pücklerpark in Bad Muskau. Seit 2004 gehört der grenzüberschreitende Park an der polnischen Grenze zum Weltkulturerbe.

Im selben Jahr erhielt auch das Dresdner Elbtal den Welterbe-Titel, 2009 wurde dieser aber wieder aberkannt. Das Welterbe-Komitee sah die Flusslandschaft wegen des Baus der Waldschlößchenbrücke als unwiderruflich beschädigt. Dem Tourismus scheint die Entscheidung wenig Abbruch getan zu haben.

 Alle Welterbestätten der Unesco im Überblick.

(lsc/dpa)