ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 20:30 Uhr

Sachsen
Das Amt des OB ist ein wunderbares Amt

Burkhard Jung ist seit 2006 Oberbürgermeister in Leipzig. In Siegen in NRW geboren kam er zunächst als Leiter einer Schule nach Leipzig. 2000 trat er in die SPD ein. Bevor er zum OB gewählt wurde, war er Beigeordneter für Schule, Jugend und Sport.
Burkhard Jung ist seit 2006 Oberbürgermeister in Leipzig. In Siegen in NRW geboren kam er zunächst als Leiter einer Schule nach Leipzig. 2000 trat er in die SPD ein. Bevor er zum OB gewählt wurde, war er Beigeordneter für Schule, Jugend und Sport. FOTO: Sebastian Willnow / dpa
Leipzig. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) wird heute 60 und erwägt eine weitere Kandidatur.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung feiert heute seinen 60. Geburtstag. Nach der offiziellen Feier im Rathaus, über deren Gestaltung er – so Jung – nichts weiß, will er den Tag im privaten Kreis ausklingen lassen. Und statt großer Feier am Wochenende will er sich Zeit für sich selbst nehmen.

Was haben Sie für Ihren Geburtstag geplant?

Jung Ich lasse mich ehrlich gesagt überraschen. Ich hatte angeboten, dass man mich besuchen kann. Ich glaube es ist so geplant, dass man von 11 bis 13 Uhr dem OB von Leipzig die Hand schütteln kann. Die Mitarbeiter im Rathaus haben sich einiges Überraschendes einfallen lassen. Aber ich weiß nichts und darf auch nichts wissen. Privat feiere ich abends im kleinsten Kreis mit meiner Familie und meinen Kindern und ich denke mal, dass ich dann wahrscheinlich abends erschossen bin. Auch am Wochenende wird nicht groß gefeiert. Ich habe mir zwei Tage Urlaub genommen und wir werden wegfahren, um einfach auch mal ein bisschen aufzutanken, Luft zu holen und in der Natur den einen oder anderen Spaziergang zum Selbstfinden zu unternehmen.

Unter welchen Voraussetzungen treten Sie 2020 noch einmal im Rennen um den Sessel des Oberbürgermeisters in Leipzig an?

Jung Wenn ich gesund bin, wenn ich kräftig genug bin, gehe ich davon aus, dass meine Partei mich noch einmal vorschlagen wird, und dann trete ich 2020 noch einmal an. Eine Amtsperiode von sieben Jahren strebe ich natürlich an. Nach heutigem Stand würde ich sagen, ich fühle mich kräftig, die Stadt blüht und gedeiht, und da möchte ich noch ein bissl‘ dabei sein.

Wie bringen Sie Ihre Ost-Erfahrung in den Diskussionsprozess ein, der derzeit ja nicht nur die SPD beschäftigt?

Jung Ich würde sie immer einbringen als Oberbürgermeister, aus der kommunalen Ebene. Aus unserer Sicht der Dinge, vor Ort sind wir sehr, sehr nahe und dicht bei den Menschen. Und ich habe den dringenden Rat nach Berlin: „Hört zu, geht auf die Menschen zu, sprecht nicht von oben herab, werbt um Vertrauen und arbeitet.“ Ich glaube, dann wird man in der Nähe zu den Menschen bei den Bürgerinnen und Bürgern wieder an Akzeptanz gewinnen. Und da haben wir aus der kommunalen Ebene, als Bürgermeister, als Landräte und als ehrenamtliche Stadträte - denke ich - eine direkte, unmittelbare Begegnungsebene, die oftmals in Berlin fehlt.

Hätten Sie auch vor zu wechseln?

Jung Nein, das Amt des Oberbürgermeisters ist ein wunderbares Amt. Es ist das einzige direkt gewählte Verwaltungsamt in Deutschland und man ist so frei, weil man von den Menschen direkt ins Amt gewählt wird und nicht über einen Stadtrat, über ein Parlament in ein Amt gehoben wird. Das ist sehr hilfreich und schafft auch die notwendige Unabhängigkeit.

Mit Burkhard Jung
sprach Jörg Aberger

Das Neue Rathaus – von hier aus lenkt Burkhard Jung die Geschicke Leipzigs.
Das Neue Rathaus – von hier aus lenkt Burkhard Jung die Geschicke Leipzigs. FOTO: Peter Endig / picture alliance / dpa