Die öffentlichen Schulden des Landes Sachsen sind um ein Vielfaches gestiegen. Insgesamt lagen die Landesschulden Ende 2020 bei rund fünf Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag bekanntgab. Damit war die Schuldenlast des Landes fast viereinhalb mal so hoch wie zum Vorjahresende (+344 Prozent).
Grund für den rasanten Anstieg ist das besonders niedrige Schuldenniveau der vergangenen Jahre: Sachsen hat die „Schwarze Null“ seit 2013 in der Landesverfassung verankert und darüber hinaus seit 2006 keinen Kredit aufgenommen. Als der Landtag im April vergangenen Jahres als Antwort auf die Corona-Pandemie die Schuldenbremse lockerte und Hilfsmaßnahmen von bis zu sechs Milliarden Euro beschloss, stieg die Gesamtlast darum rasant an. Insgesamt wuchsen die öffentlichen Schulden in Deutschland im Jahr 2020 um 14,4 Prozent auf rund 2172 Milliarden Euro an, die Last der Bundesländer wuchs um 9,9 Prozent.

Sächsische Kommunen weniger stark von Schulden betroffen

Anders als dem Land erging es den Kommunen in Sachsen: Im Vergleich zum Vorjahr sank ihre Schuldenlast um 11,3 Prozent auf rund 2,3 Milliarden Euro. Bundesweit wurden die Kommunen finanziell weniger stark von den Auswirkungen der Corona-Pandemie getroffen. Ihre Schuldenlast entwickelte sich regional unterschiedlich, wuchs im Schnitt aber nur um 0,9 Prozent auf insgesamt 132,5 Milliarden Euro an.

Sachsen will Rücklagen behalten

Sachsen will nun angesichts von Unwägbarkeiten bei den Corona-Folgekosten eine Art „eiserne Reserve“ an Rücklagen behalten. Konkret geht es um die sogenannte Haushaltsausgleichsrücklage, die Finanzminister Hartmut Vorjohann (CDU) am Donnerstag in einer Fragestunde im Landtag mit „etwas über 1,3 Milliarden Euro“ bezifferte. Er sei froh, dass diese Zahl im Zuge der Haushaltsberatungen immer noch dastehe. Wenn es ab 2023 zu weiteren Einbrüchen komme, sei man gut beraten, diese Rücklage noch zu haben. Alle anderen Rücklagen, die Sachsen durch gutes Wirtschaften in den vergangenen Jahren gebildet habe, seien schon vor der Corona-Pandemie disponiert worden - zum Beispiel für den Breitbandausbau, den Zukunftssicherungsfonds und das Programm „Brücken in die Zukunft“.