In Sachsen ist das Soforthilfe-Darlehen für Kleinstunternehmen an den Start gegangen. Damit will der Freistaat sächsische Selbständige und Freiberufler unterstützen, die durch die Auswirkungen der Corona-Krise in Notlage geraten sind. Die Sächsischen Aufbaubank (SAB) nimmt ab sofort Anträge an, kündigte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) an. „Wir werden denjenigen, die unverschuldet in Not geraten sind, schnell helfen und sie nicht vor neue finanzielle Probleme stellen“, sagte Dulig.

Das Darlehen ist Teil eines Hilfspakets für kleine Unternehmen, das die Staatsregierung aus CDU, Grünen und SPD Anfang der Woche beschlossen hat. Freischaffenden Künstlern, Kreativen und Dienstleistern will der Freistaat damit in den nächsten Wochen, in denen kaum Einnahmen fließen, unter die Arme greifen.

Sachsen hat mehrere Programme aufgelegt, die die Liquidität kleiner Betriebe sichern sollen. Die Programme laufen über die SAB und die Bürgschaftsbank Sachsen.

Sofort-Darlehen für Sachsens Freiberufler

Das Darlehen-Programm „Sachsen hilft direkt“ richtet sich an Solo-Selbständige und Unternehmen mit einem Jahresumsatz bis zu einer Million Euro. Ausgezahlt werden bis zu 100 000 Euro mit einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren. Dieses Staatsdarlehen muss nicht durch die Hausbank bewilligt werden und kann deshalb schnell und flexibel gegeben werden kann. Das sei ein Vorteil, sagte Dulig.

Die Modalitäten zur Rückzahlung ließ der Minister im Unbestimmten. Nach Ablauf der ersten drei Jahre, in denen das Darlehen tilgungsfrei läuft, werde geprüft, ob die Unternehmen ihre Geschäfte nachholen konnten. Davon werde die Rückforderung abhängig gemacht, erklärte Dulig. Die Kreditnehmer „können sich sicher sein, dass das Soforthilfe-Darlehen keine neue Last für sie wird“.

Expressbürgschaften für Sachsens Hotels und Lokale

Auch die Bürgschaftsbank Sachsen beginnt in diesen Tagen mit einem Hilfeprogramm. Das Geldinstitut bietet Bürgschaften für Unternehmen aller Branchen, denen durch die Covid-19-Pandemie das Geld ausgeht. Erste Express-Bürgschaften seien bereits gebilligt worden, hieß es.

Die Bürgschaften sind insbesondere auf die Gastronomie zugeschnitten, wo durch die Allgemeinverfügung des Freistaats und durch Ausgangssperren - wie in Dresden - die Umsätze wegbrechen. Gerade diese Betriebe bräuchten „schnelle und unbürokratische Hilfe“, sagte Dulig. Die Finanzierung könne innerhalb von drei Tagen abgewickelt werden.

Die 1990 gegründete Bürgschaftsbank Sachsen ist ein öffentlich gefördertes Spezialkreditinstitut. Als Selbsthilfeeinrichtung der gewerblichen Wirtschaft fördert die Bank Investitionen von kleinen und mittleren Unternehmen durch Bürgschaften. Diese können bis zu 80 Prozent des Kredits betragen. In der Corona-Krise ist die Bürgschaftsbank nun einer der wichtigsten Partner der Politik, um schlingernde Betriebe mit Geld zu versorgen. „Es ist Teil unserer DNA, kleine und mittelständische Unternehmen in der Region gerade auch in diesen Tagen schnell und lösungsorientiert zu unterstützen“, sagte Geschäftsführer Markus H. Michalow.