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Gefahren im Internet
Computerkriminalität in Sachsen nimmt zu

Internetkriminalität in Sachsen: Sechs von zehn Nutzern bereits Opfer.
Internetkriminalität in Sachsen: Sechs von zehn Nutzern bereits Opfer. FOTO: Julian Stratenschulte / dpa
Dresden . Im Internet lauern Gefahren vom Betrug bis zum Identitätsdiebstahl. Das Innenministerium des Freistaats hat in einer erstmaligen Umfrage herausgefunden, wie viele Sachsen betroffen sind. Von Deutsche Presse-Agentur GmbH dpa

Datenklau, Schädlinge, Betrug, Darknet: In Sachsen sind werden immer mehr Fälle von Computerkriminalität registriert. Laut einer am Sonntag veröffentlichten Forsa-Umfrage für das sächsische Innenministerium sind fast sechs von zehn Internetnutzern im Freistaat bereits Opfer von Straftaten im Netz gewesen. Bei der Erhebung gaben 58 Prozent der 1000 befragten Männer und Frauen an, schon von Waren- und Dienstleistungsbetrug, Identitätsdiebstahl, Schadsoftware oder digitaler Erpressung betroffen gewesen zu sein.

Nach Angaben des Innenministeriums haben die Straftaten im Internet massiv zugenommen. Im vergangenen Jahr wurden 10 269 Fälle registriert. 2012 waren es hingegen nur 7631. «Cybercrime ist kein Kavaliersdelikt», sagte der für Informationstechnologie zuständige Innen-Staatssekretär Michael Wilhelm. Die Bandbreite der Delikte reiche von der Infizierung privater Geräte mit Viren oder Trojanern, über digitale Erpressung, Datendiebstahl und Betrugsdelikte bis hin zum Waffen- und Drogenkauf im sogenannten Darknet, einem abgeschirmten Bereich des Internets.

Sachsen habe mit dem CyberCrimeCompetenceCenter SN4C Spezialisten für die Bekämpfung der Computerkriminalität. Allerdings gebe es ein Dunkelfeld, weil zu wenige Delikte auch angezeigt würden, sagte Wilhelm. So würden zum Beispiel Unternehmen aus Furcht vor einem Imageschaden Internetangriffe nicht melden. Zudem bewerteten einige Betroffene Cyberattacken nicht als Straftaten. Nur 15 Prozent von ihnen erstatteten Anzeige, hieß es.

84 Prozent der Sachsen bezeichnen sich in der Erhebung als Internetnutzer. 70 Prozent erledigen Einkäufe online und mehr als die Hälfte (53 Prozent) tätigt auch Bankgeschäfte im Netz.

Einen umfassenden Schutz gegen Cybercrime halten die meisten Sachsen für utopisch - 92 Prozent halten dies laut Umfrage für nicht möglich. Eine kostenpflichtige Antivirensoftware haben den Zahlen zufolge 59 Prozent der Nutzer installiert, ähnlich viele (62 Prozent) legen Sicherheitskopien ihrer persönlichen Daten an.

64 Prozent der Nutzer achten auf eine sichere Internetverbindung (https). Drei Viertel der Befragten gaben an, regelmäßig das Betriebssystem auf PC, Laptop, Tablet oder Smartphone zu aktualisieren. «Die Ergebnisse zeigen, dass Internetkriminalität kein lästiges Randthema im Alltag der Bevölkerung ist, sondern den Nutzern inzwischen bewusst ist, dass sie jederzeit und überall selbst Opfer von Cyberkriminalität werden können», sagte Staatssekretär Wilhelm.

Nicht ganz so sorgsam gehen die Sachsen dagegen mit Passwörtern um. Zwar verwenden drei von vier Internetnutzern (76 Prozent) laut der Erhebung komplizierte Zugangscodes. Allerdings änderten nur 37 Prozent regelmäßig ihre Passwörter.

52 Prozent der Nutzer können daher als eher unvorsichtig oder sehr unvorsichtig eingestuft werden, wenn man einen Index aus den Antworten zur Zusammensetzung der
Passwörter, der Änderung der Passwörter sowie der Nutzung verschiedener Passwörter bildet, heißt es in der Umfrage. Laut Wilhelm sollen die Bürger weiter für Cybersicherheit sensibilisiert und ihre digitale Kompetenz gestärkt werden.