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| 02:54 Uhr

Chemnitz erinnert an Zerstörung im Krieg

Chemnitz. Gebete, Demonstrationen und Kundgebungen: Mit einem Friedenstag erinnern die Chemnitzer am 5. März an die Zerstörung ihrer Stadt vor 69 Jahren – nur wenige Wochen vor Ende des Zweiten Weltkriegs. dpa/roe

Zudem wollen sie damit ein Zeichen gegen den Rechtsextremismus setzen. Denn wie in Dresden am 13. Februar versuchen Neonazis auch in Chemnitz, das Gedenken alljährlich mit einem Aufmarsch propagandistisch zu nutzen. Die Stadt organisiert im Gegenzug zusammen mit Vertretern aus Politik, Kirche, Kultur, Wirtschaft und Sport den Friedenstag. Im vergangenen Jahr kamen zu den Veranstaltungen etwa 5000 Menschen.

Laut Stadtverwaltung liegen diesmal zehn Anmeldungen für Versammlungen, Veranstaltungen und Aufzüge vor. Eine davon habe einen rechtsextremen Hintergrund, hieß es.

In der Nacht zum 6. März 1945 hatten die Alliierten bei Luftangriffen die Chemnitzer Innenstadt weitgehend in Trümmer gelegt. Mehr als 2100 Menschen kamen damals ums Leben. Schon am heutigen Dienstag wird im Rathaus der Chemnitzer Friedenspreis vergeben. Zudem hält der katholische Theologe Eugen Drewermann einen Vortrag über den Krieg. Das Gedenken am Mittwoch selbst beginnt am Morgen mit einer Kranzniederlegung auf dem Städtischen Friedhof. Auf dem Neumarkt wird ein begehbares Friedenskreuz aufgebaut. Bilder und Plakate zum Frieden von Chemnitzer Schülern und Kinder aus mehr als 40 Schulen und Kitas werden den Platz schmücken. Ein "Täterspuren"-Rundgang führt zu Orten ehemaliger Nazi-Machtausübung. Am Nachmittag gedenken die Menschen in fünf Kirchen bei Gottesdiensten der Opfer. Die Teilnehmer ziehen danach in einem Sternmarsch zum Friedenskreuz auf dem Neumarkt. Dort wird am Abend der neue Intendant der Städtischen Theater Chemnitz, Christoph Dittrich, sprechen. Um 21 Uhr läuten traditionell die Kirchenglocken. Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) hat die Chemnitzer aufgerufen, an den Veranstaltungen teilzunehmen.

Ebenfalls am Nachmittag startet am Hauptbahnhof eine Demonstration des Bündnisses "Chemnitz Nazaifrei", Studenten der Technischen Universität ziehen von ihrem Campus in die Innenstadt. Sie wollen den geplanten Aufmarsch der Rechtsextremisten stoppen.