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Bürgerlich Burger essen

Post aus Dresden. Neulich war Sommerfest bei der CDU-Landtagsfraktion. Geladen ward ins Landgasthaus zum röhrenden Wildschwein. ckz1

Es gab Wildschwein, gekocht und am Spieß. Die Kleiderordnung war streng und wurde strengstens befolgt. Man kam im sorgfältig zerknitterten Dienstanzug, Dreiteiler für die erste Reihe, Zweiteiler für die zweite. Hie und da blitzte ein Lodenjanker keck um die Ecke, denn die CDU ist die Partei der Heimatverbundenheit, das muss sich im Outfit widerspiegeln, damit es auch jeder sieht. Die Damen trugen Business-Pumps und Schaltuch, die Stühle trugen Herzchen im Rücken.

Auf dem Bufett sagten sich Backschwein und Mettigel "Gute Nacht", der Salat krümmte sich schmerzvoll hinten links. Eine Grundschulklasse sang Waldlieder, und der Gastgeber riss zwischen den Zeilen Witze über die Grünen. Zum Nachtisch wurde eine Torte serviert, aus der Roland Kaiser sprang… Spätestens hier, lieber Leser, wissen Sie, dass es sich hier um reine Ironie handelt. Denn Roland Kaiser springt höchstens für die SPD aus Torten. Fangen wir nochmal an, diesmal wahrheitsgemäß:

Neulich war Sommerfest bei der CDU-Landtagsfraktion. Geladen ward in eine Industriebrache hinterm Getränkemarkt. Es gab Burger, auch vegan, und Backschwein aus der Oberlausitz. Man saß ohne Krawatte und mit gelockertem Schaltuch in Lümmelsesseln um einen Pool, der azurblau blitzte. Zum Nachtisch wurden Cupcakes und Stieleis gereicht. Wer einen trinken wollte, ließ sich von dem Mann mit der grünen Schürze einen Smoothie zapfen. Stargast war Bundesinnenminister Thomas de Maizière, der nicht aus der Torte sprang, sondern aus dem Auto.