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| 15:34 Uhr

Umwelt
Braunkohleprotest in Leipzig und Umgebung

An einen Kühlturm des Kraftwerkes Lippendorf wird der Schriftzug „Kohle befeuert Hitzewellen“ projiziert. Greeanpeace-Aktivisten wollen damit an dem umstrittenen Braunkohlekraftwerk südlich von Leipzig gegen die bisherige Kohlepolitik der Bundesregierung und für einen sozialverträglichen Ausstieg aus der Kohle bis zum Jahr 2030 protestieren.
An einen Kühlturm des Kraftwerkes Lippendorf wird der Schriftzug „Kohle befeuert Hitzewellen“ projiziert. Greeanpeace-Aktivisten wollen damit an dem umstrittenen Braunkohlekraftwerk südlich von Leipzig gegen die bisherige Kohlepolitik der Bundesregierung und für einen sozialverträglichen Ausstieg aus der Kohle bis zum Jahr 2030 protestieren. FOTO: dpa / Sebastian Willnow
Leipzig/Pödelwitz. Klimaschutz und Braunkohleprotest sind für gut eine Woche zwei der dominierenden Themen in Leipzig und Umgebung.

Für Samstag rufen diverse Akteure zu einer Demonstration unter dem Motto „Klima retten! Kohle stoppen!“ in der Messestadt auf. Im nahe gelegenen Pödelwitz am Rand des Tagebaus „Vereinigtes Schleenhain“ startet am gleichen Tag ein mehrtägiges Klimacamp. Für das Abschlusswochenende von 3. bis 5. August kündigen Aktivisten eine „Aktion zivilen Ungehorsams“ an, um den Betrieb des Kohleabbaus zu stören.

Zu der Demonstration in Leipzig laden unter anderem Greenpeace, der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Leipzig, die Naturfreunde Deutschlands und die sächsischen Grünen ein. Greenpeace teilte mit, mit Blick auf die globale Klimakrise sei es dringend notwendig, aus der Nutzung fossiler Energieträger auszusteigen. Der „vermeintliche 'Energiewende-Weltmeister'“ Deutschland habe sich „sang- und klanglos von den Klimazielen für 2020 verabschiedet“, so die Umweltschützer. Im Freistaat Sachsen würden weiterhin fast 80 Prozent des Stroms durch Braunkohle erzeugt: „Deshalb müssen wir jetzt endlich damit beginnen, aus der Kohle auszusteigen.“

Das Klimacamp von 28. Juli bis 5. August in Pödelwitz soll nach Angaben der Veranstalter den Widerstand gegen den Braunkohleabbau in der Region stärken. Es sei „Teil einer wachsenden globalen Klimagerechtigkeitsbewegung“, hieß es. Zu den zahlreichen Workshops, Vorträgen, Exkursionen und Kulturveranstaltungen werden demnach bis zu 1.000 Teilnehmer erwartet. Es ist das erste Camp dieser Art in der Tagebauregion nahe Leipzig.

Die Gruppierung „Kohle erSetzen!“ rief zum Abschluss des Camps von 3. bis 5. August zu einer „Aktion zivilen Ungehorsams“ auf. Mit einer Sitzblockade sollen die Betriebsabläufe der bei Leipzig aktiven Braunkohlekonzerne gestört werden, hieß es in einer Ankündigung. Die Aktion stehe unter dem Motto „Aktiv in Unrecht eingreifen, anstatt nur zu appellieren“.

Das rund 700 Jahre alte Dorf Pödelwitz liegt rund 30 Kilometer südlich von Leipzig am Rand des Braunkohletagebaus „Vereinigtes Schleenhain“. Die Mitteldeutsche Braunkohlegesellschaft (Mibrag) will den Tagebau erweitern und voraussichtlich ab 2026 Braunkohle unter den Ortsteilen Pödelwitz und Obertitz der Gemeinde Groitzsch fördern. Laut Mibrag lagern dort rund 20 Millionen Tonnen Braunkohle. Von den ursprünglich rund 130 Bewohnern wurden bereits rund 100 umgesiedelt. Ein kleiner Kreis um die Bürgerinitiative „Pro Pödelwitz“ weigert sich, das Dorf zu verlassen.

(epd/uf)