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| 12:59 Uhr

Aktuelle Studie
Bilanz durchwachsen: Zehn Jahre Kreisgebietsreform in Sachsen

FOTO: dpa / Tobias Kleinschmidt
Dresden . Die Zusammenlegung von Landkreisen in Sachsen vor genau zehn Jahren hat mittelfristig weder Einsparungen noch eine gemeinsame Identität hervorgebracht. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des ifo Instituts, Niederlassung Dresden, und des ZEW Mannheim. Von Hannelore Grogorick

Sebastian Blesse ist Doktorand am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim. Felix Rösel ist Post-Doc an der Dresdner Niederlassung des ifo Instituts – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V. Sie haben sich ausgiebig mit der zehnjährigen Bilanz der Kreisgebietsreform in Sachsen beschäftigt. Die Bilanz ist durchwachsen, ist ihr Fazit. Auch für die Kreisgebietsreform im Nachbarland Sachsen-Anhalt im Jahr 2007 seien keine finanziellen Vorteile, aber ein Rückgang der Wahlbeteiligung bei Kreistagswahlen nachweisbar.

„Kreisgebietsreformen werden zum Auslaufmodell“, erklärt Studienleiter Felix Rösel mit Blick auf die Ergebnisse. „Der enorme Protest in Brandenburg und Thüringen gegen die dort geplanten Kreiszusammenlegungen zeigt, dass die Menschen in überschaubaren und bürgernahen Strukturen leben möchten.“

In Brandenburg und Thüringen seien Ende vergangenen Jahres Pläne zur Schaffung größerer Kreisstrukturen aufgegeben oder auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Gegenwärtig würden nur noch in Rheinland-Pfalz Kreiszusammenlegungen diskutiert.