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| 02:57 Uhr

Besucher-Flaute im Schlösserland Sachsen

Ins Schloss Moritzburg kamen rund 61 000 Besucher weniger.
Ins Schloss Moritzburg kamen rund 61 000 Besucher weniger. FOTO: dpa
Dresden. Ein Verlust von rund 230 000 Gästen, dazu noch wirtschaftliche Verluste von etwa 500 000 Euro. Das vergangene Jahr war kein gutes für das Schlösserland Sachsen, die gemeinnützige GmbH der staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten. Christine Keilholz

Die berühmten Ausflugsziele im Freistaat, von Colditz bis Weesenstein, von Rammenau bis Stolpen, erwirtschafteten im vergangenen Jahr magere neun Millionen Euro. Bei Kosten von 20 Millionen Euro bedarf es also erheblicher Zuschüsse. Schlösserland-Chef Christian Striefler schiebt es auf das Wetter: "Der Rückgang verteilt sich nahezu über alle Häuser und Anlagen, die direkt oder indirekt vom Hochwasser betroffen waren." Schnee bis Ostern, dann Dauerregen. Dann kam das Hochwasser, das in den Schlössern und Gärten Schäden in Höhe von vier Millionen Euro hinterließ.

In Pillnitz konnte die Parkeisenbahn über Wochen nicht fahren. Die Schäden in der Meißner Innenstadt versperrten den Weg auf die Albrechtsburg. Was in der ersten Jahreshälfte verloren ging, konnte auch der besucherreiche Spätsommer nicht mehr reinholen. In zwölf der insgesamt 18 Attraktionen des Schlösserlands waren die Gästezahlen rückläufig.

Spitzenreiter ist Pillnitz. Das berühmteste Lustschloss Augusts des Starken war mit 375 000 Gästen zwar der Publikums-Hotspot. Trotzdem kamen 91 000 Gäste weniger als 2012.

Minus trotz Aschenbrödel-Boom

Kaum besser sieht die Bilanz des Jagdschlosses Moritzburg aus. Hierher fanden 61 000 Gäste weniger als im Vorjahr - und das obwohl die gerade geschlossene Winterausstellung zum Märchenfilm "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" diesmal einen sensationellen Erfolg mit 156 000 Gästen einfuhr.

Erfreulich immerhin: Das Moritzburger Fasanenschlösschen machte 3000 Gäste plus. In der noblen Feier-Location aus dem 18. Jahrhundert gab es erstmals Wandverkleidungen aus dem Rokoko zusehen: Frisch restaurierte Federtapeten, Strohtapeten und chinoise Stickereien.

Lichtblicke gab es allerdings auch. Aus Sicht von Geschäftsführer Striefler "herausragend positiv gelaufen" ist die Saison im Schloss Rochlitz, wo sich die Besucherzahlen auf 43 000 verdoppelten. Zwar musste auch hier zwei wegen Hochwasser zwei Wochen geschlossen werden. Doch holte der Standort mit der Ausstellung zur Schlossgeschichte "Fett, einäugig, revolutionär - drei Wettiner für tausend Geschichten" wieder auf. Zwanzig Jahre lang wurde das 1000 Jahre alte Schloss an der Zwickauer Mulde saniert.

Von der neuen Ausstellung "Eine starke Frauengeschichte - 500 Jahre Reformation", die am 1. Mai startet, verspricht sich das Schlösserland noch mehr Zustrom. "Wir erwarten - konservativ gerechnet - 50 000 Gäste", sagte Schlösserland-Striefler. Die Ausstellung mit Exponaten aus halb Europa kostet mit 1,8 Millionen Euro.

Nossener Schloss im Fokus

Mit dem Renaissanceschloss Nossen hat die Schlösserverwaltung noch viel vor. Die bisher nicht sehr attraktiven Innenräume sollen durch eine neue Ausstellung zum sächsischen Adel belebt werden. Testlauf für das Projekt war eine Sonderausstellung im vergangenen Sommer im Landtag. Auch ein Kuratorium hat sich schon gegründet. Ob und wann die Ausstellung kommt, hängt vom kommenden Doppelhaushalt ab.