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| 17:16 Uhr

Freiberg
Bergakademie präsentiert Werkstoff der Zukunft

Christos Aneziris, Leiter des Instituts für Keramik, Glas- und Baustofftechnologie der TU Bergakademie Freiberg. Die TU Bergakademie Freiberg hat einen so genannten Super-Werkstoff und eine Technologie zu dessen Herstellung entwickelt. Die Kombination aus Metallen und Keramik (r.) kann unter anderem für die Automobil-, Luft- und Raumfahrtbranche oder auch im Bergbau eingesetzt werden.
Christos Aneziris, Leiter des Instituts für Keramik, Glas- und Baustofftechnologie der TU Bergakademie Freiberg. Die TU Bergakademie Freiberg hat einen so genannten Super-Werkstoff und eine Technologie zu dessen Herstellung entwickelt. Die Kombination aus Metallen und Keramik (r.) kann unter anderem für die Automobil-, Luft- und Raumfahrtbranche oder auch im Bergbau eingesetzt werden. FOTO: dpa / Martin Kloth
Freiberg. Nach zehn Jahren Forschung ist ein neues Material reif für die Industrie. Nun werden Anwender gesucht.

Von Schokolade bis zu einem „Super-Werkstoff“ ist es an der TU Bergakademie Freiberg nicht weit. Nach zehn Jahren Forschung haben die Wissenschaftler am Institut für Keramik, Glas- und Baustofftechnologie mit der Kombination aus Metallen und Keramik einen Werkstoff der Zukunft entwickelt. „Super an dem Werkstoff ist die Verbindung der Eigenschaften von Metall und Keramik“, sagte Christian Weigelt am Donnerstag der dpa.

Der Verbundstoff dehnt sich bei Belastung aus und kann in der Automobil-, Luft- und Raumfahrtbranche oder auch im Bergbau eingesetzt werden. „Autos und Flugzeuge können dadurch sicherer werden“, betonte der wissenschaftliche Mitarbeiter. Seit 2008 beschäftigten sich die Forscher mit der Entwicklung und dem Design von Super-Werkstoffen, teilte die Bergakademie mit.

Wenn Professor Christos Aneziris über das Ergebnis der Forschung spricht, hat der Institutsleiter auch etwas Süßes vor Augen. Denn die Herstellung von Schoko-Perlen stand Pate für eine Variante der Formgebung. „Dieser Prozess ist kopiert von der Lebensmittelindustrie.“ Dabei wird der Schlicker – ein breiiges Gemisch – in eine Flüssigkeit getropft, in der dann die Kügelchen entstehen.

Neben Kugeln können aus der zunächst kneteartigen Masse auch Waben-, Schaum-, Folien- oder Bandformen hergestellt werden. Ein Clou aus Sicht des Professors ist es, dass das Material sich dann auch noch bei Raumtemperatur verformen lässt. So könne ein Metall-Keramik-Band sogar verknotet werden. Erst nach dem Sintern – ähnlich dem Brennen von Porzellan – härtet der Werkstoff aus und hat dann die geforderten Eigenschaften. Es sei eine Hochzeit aus keramischen Technologien, erläuterte Aneziris.

Der neue Werkstoff kann viel. Dank der Kombination mit Zirkoniumoxid werde der hochwertig legierte Stahl flexibler. So könne die Energie, die beispielsweise bei Zusammenstößen im Straßenverkehr entsteht, absorbiert werden. Autofahrer wären damit bei einem Aufprall besser geschützt, hieß es. In die Wabenstruktur ließen sich Leitungen oder Kabel einziehen. Nicht zuletzt können durch den Werkstoff reine Metallbauteile ersetzt und so Gewicht gespart werden.

Je nach Zusammensetzung werden auch zum Beispiel die besonders beanspruchten Zähne von Baggerschaufeln beständiger gegen Verschleiß gemacht oder Öfen gegen Korrosion geschützt. Die Wissenschaftler würden aber noch nicht jede Anwendung kennen, sagte Weigelt.

Um das zu ändern, hatte das Institut zusammen mit der Industrie- und Handwerkskammer (IHK) Chemnitz zu einem Technologiestammtisch eingeladen. Unter dem Motto „Research meets Industry“ kamen am Donnerstag rund 20 Unternehmen aus Sachsen nach Freiberg. „Wir wissen, wie man es herstellt. Jetzt suchen wir nach Anwendungen“, sagte Institutsleiter Aneziris.

23.08.2018, Sachsen, Freiberg: Christos Aneziris, Leiter des Instituts für Keramik, Glas- und Baustofftechnologie der TU Bergakademie Freiberg. Die TU Bergakademie Freiberg hat einen so genannten Super-Werkstoff und eine Technologie zu dessen Herstellung entwickelt. Die Kombination aus Metallen und Keramik kann unter anderem für die Automobil-, Luft- und Raumfahrtbranche oder auch im Bergbau eingesetzt werden. (zu dpa «Bergakademie entwickelt Super-Werkstoff für Autos und Luftfahrt» vom 23.08.2018) Foto: Martin Kloth/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
23.08.2018, Sachsen, Freiberg: Christos Aneziris, Leiter des Instituts für Keramik, Glas- und Baustofftechnologie der TU Bergakademie Freiberg. Die TU Bergakademie Freiberg hat einen so genannten Super-Werkstoff und eine Technologie zu dessen Herstellung entwickelt. Die Kombination aus Metallen und Keramik kann unter anderem für die Automobil-, Luft- und Raumfahrtbranche oder auch im Bergbau eingesetzt werden. (zu dpa «Bergakademie entwickelt Super-Werkstoff für Autos und Luftfahrt» vom 23.08.2018) Foto: Martin Kloth/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ FOTO: dpa / Martin Kloth
(dpa)