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| 07:51 Uhr

Mächtig gewaltig
Beim Bautzener Theatersommer hebt die Olsenbande ab

Werden wieder die Lachmuskeln strapazieren: Die Olaf Hais (v.l.) als Egon Istvan Kobjela als Benny und Rainer Groß als Kjeld.
Werden wieder die Lachmuskeln strapazieren: Die Olaf Hais (v.l.) als Egon Istvan Kobjela als Benny und Rainer Groß als Kjeld. FOTO: dpa / Sebastian Kahnert
Bautzen. Bereits zum dritten Mal soll das Gaunertrio bei einem Freiluftspektakel für Spannung und gute Laune sorgen. Dafür steigt die Olsenbande im historischen Hof der Ortenburg sogar in ein Flugzeug. Von Miriam Schönbach, dpa

Ein guter Plan ist alles. Das weiß nicht nur Gentlemen-Ganove Egon Olsen. Auch Bautzens Theater-Intendant Lutz Hillmann hat vor drei Jahren mit der Theatersommer-Inszenierung rund um das Gaunertrio alles auf eine Karte gesetzt - und einen Coup gelandet. Bei der dritten Auflage heißt es nun „Die Olsenbande hebt ab“. Zehn Tage vor der Premiere sind 32 000 Eintrittskarten für 35 Vorstellungen verkauft. „Wir setzen damit den Erfolg aus den Vorjahren fort“, sagte Hillmann am Montag in Bautzen. Den großen Zuspruch erkläre er sich mit einem Stolz auf ein Stück Leben, das eine Vielzahl Ostdeutscher mit den Olsenbanden-Filmen verbinde. Am 14. Juni ist Premiere.

Der diesjährige Coup der Olsenbande beginnt auf Mallorca. Mit den Millionen aus dem letzten Bruch haben es sich die Kleinganoven zur Ruhe gesetzt. „Die Stimmung ist angespannt. Denn reich sein, heißt noch lange nicht, glücklich sein“, sagte Hillmann. Er hat wie in den Vorjahren die Vorlage nach den Olsenbanden-Filmen und der Defa-Synchronfassung geschrieben und führt Regie. Das Glück der Ganoven endet jäh, als ihnen das Fette Schwein das erbeutete Geld wieder abluchst. Jetzt braucht Egon einen Plan - und zwar „mächtig gewaltig“.

Mächtig gewaltig: Der Schauspieler Olaf Hais gibt den Egon.
Mächtig gewaltig: Der Schauspieler Olaf Hais gibt den Egon. FOTO: dpa / Sebastian Kahnert

Um sich das Geld zurückzuholen, steige das Gaunertrio ins Flugzeug, verspricht Bühnenbildner Miroslaw Nowotny. Seine größte Herausforderung bei dem Theaterspektakel ist jedoch die berühmte Szene in der Königlichen Oper, in der sich Egon, Benny und Kjeld zur Ouvertüre von Elverhøj durch sieben Türen sprengen. „Im Film löst der Regisseur solche Einfälle mit einem Schnitt“, sagte der Ausstatter. Er habe eine Drehbühne zur Verfügung und Theaterwerkstätten und Techniker, die die Herausforderung meistern würden.

Nächste Woche ist Premiere: Ana Pauline Leitner (l-r), Katharina Pöpel und Istvan Kobjela bei der Probe.
Nächste Woche ist Premiere: Ana Pauline Leitner (l-r), Katharina Pöpel und Istvan Kobjela bei der Probe. FOTO: dpa / Sebastian Kahnert

Wie die Theatermacher aus den Vorjahren wissen, wird die Olsenbanden-Produktion wieder Fanclubs aus dem ganzen Land in den Osten Sachsen ziehen. Schließlich gebe es dieses Jahr gleich ein mehrfaches Jubiläum zu feiern, sagte Hillmann. „Vor 50 Jahren, 1968, gab es den ersten Film. Vor 20 Jahren feierte unsere Olsenbande auf der Hauptbühne Premiere“, sagte er.

Zehn Jahre wurde dieses Inszenierung am Theater Bautzen gespielt. Ihr Erfolg gab letztlich den Ausschlag für die Theatersommer-Produktion. Den ersten Coup unter freiem Himmel sahen 2016 knapp 37 000 Zuschauer in 37 ausverkauften Vorstellungen. Im vergangenen Jahr kamen nach einer Kapazitätserweiterung 40 000 Zuschauer zu 34 Vorstellungen.

Derzeit seien 78 Prozent der Karten verkauft, sagte Brigitte Zimmermann vom Besucherservice. Neben den Inszenierungen von Mittwoch bis Sonntag gibt es dienstags die Bautzener Burgfilmnächte. Zudem stehen zwei Vorstellungen unter der Überschrift „Barrierefrei“. Am 14. Juli werden zwei Gebärdendolmetscherinnen das Stück live für Gehörlose übersetzen. Blinde und Sehbehinderte erhalten am 6. Juli erstmals eine Vorstellung mit Audiodeskription.

Nach Plan endet die Erfolgsgeschichte der Bautzener Olsenbande im Theatersommer am 22. Juli. Wie es weitergeht, weiß Theaterintendant Hillmann schon. „Wir wollen an dieses Lebensgefühl der Ostdeutschen anknüpfen und versuchen zur Kenntnis zu nehmen, dass es Ostalgie gibt“, sagte er. Der Burghof wird sich so 2019 in die „Sonnenallee“ verwandeln. Die Komödie thematisiert das Leben Ost-Berliner Jugendlicher im Angesicht der Berliner Mauer in der DDR. „Das ist wieder ein sympathischer Stoff mit sympathischen Helden, der perfekt zu 30 Jahren Wende passt“, sagte der Intendant.