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| 02:37 Uhr

Bayrisch Kreuth

Post aus Dresden. Was viele nicht wissen: Weihnachten ist vorbei. Aus. Erledigt. Klar, früher hat man die Geburt Christi 40 Tage lang gefeiert. Das waren aber andere Zeiten. Christine Keilholz

Da hatten die Leute sonst nüscht. Da waren nur Blut, Schweiß und Tränen, wenn nicht gerade Weihnachten war. Da gab es keine sozialen Netzwerke, keine Neujahrsempfänge und keine CSU-Klausur in der ersten Januarwoche irgendwo ganz unten in Bayern. Ja, eine der vielen Freuden, mit denen das Christfest heute konkurriert, ist die Show von CSU-Chef Horst Seehofer und seiner Kavallerie - der fiese Franke und der mit der runden Brille (wie sie heißen, ist außerhalb Bayerns eigentlich unwichtig). Leider hat Sachsen nichts Adäquates zu Wildbad Kreuth, wo immer die Nachrichtengeier kreisen und selbst Kanzlerinnen nur mit Grausen hinfahren.

Indes, der Sachse ist auch reservierter. Gleich wieder Stunk zu machen, noch bevor die drei Könige abgetrabt sind, das wäre ein Tabubruch, den hat sich hier noch kein strammer sächsischer Konservativer getraut. Die fordern lieber die Weihnachtsverlängerung, sowas kann man machen. Die 40-Tage-Feier hat inoffiziellen Statistiken zufolge gerade im Erzgebirge viele Anhänger. Der Schwarzenberger CDU-Landtagsabgeordnete Alexander Krauß ist einer davon. Er lässt seinen Christbaum diesmal bis 2. Februar stehen. "Da hat man mehr von", sagt er. Die schweigende Mehrheit sieht das sicher ähnlich.