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Bauindustrieverband
Baupreise stark gestiegen – Verband weist Kritik zurück

Gestiegene Rohstoffpreise wie für Stahl sorgen unter anderem für einen Anstieg der Kosten in der Baubranche.
Gestiegene Rohstoffpreise wie für Stahl sorgen unter anderem für einen Anstieg der Kosten in der Baubranche. FOTO: Roland Holschneider
Leipzig. (dpa/fh) Angesichts stark gestiegener Baukosten hat der Bauindustrieverband Sachsen/Sachsen-Anhalt Vorwürfe der Preistreiberei zurückgewiesen. „Die Unternehmen werden zu Unrecht allein für diese Tendenz verantwortlich gemacht“, sagte Hauptgeschäftsführer Robert Momberg in Leipzig. Ursache seien hauptsächlich gestiegene Rohstoffpreise, etwa für Stahl und Mineralölerzeugnisse, sowie hohe Personalkosten. Ein weiterer Grund seien langwierige und bürokratische Vergabe- und Ausschreibungsverfahren.

Die steigende Nachfrage und damit gute Auftragslage habe nur moderat zu Preissteigerungen geführt und sei nicht explizit verantwortlich für die oft falsch deklarierte „Baupreis-Explosion“.

Die Entwicklung der Baupreise in Sachsen und Sachsen-Anhalt liege in etwa im Bundestrend, sagte Momberg. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden legten sie im Bauhauptgewerbe im Jahr 2017 um 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu, beim Ausbaugewerbe in dem Zeitraum waren es drei Prozent. Das war der höchste Anstieg seit 2011.

„Personalkosten machen 28 Prozent der Produktion am Bau aus“, so Momberg. In den neuen Ländern seien sie laut Statistischem Bundesamt in den Jahren 2012 bis 2017 um 17 Prozent gestiegen.

„Eine Ursache dafür ist der Wettbewerb um Mitarbeiter, der unter anderem durch den Mangel an Fachkräften entstanden ist“, so Momberg. Trotz guter Bezahlung seien Berufe am Bau nach wie vor wenig attraktiv und das Image der Branche fälschlicherweise schlecht.

Kostentreiber sind auch die Vergabe- und Ausschreibungsverfahren für öffentliche Baumaßnahmen“, sagte Momberg.

Die Planungen der Kommunen seien nicht angepasst und gingen oftmals an der Realität vorbei. Das erfordere Nachkalkulierungen, die zeit- und personalaufwendig und damit teuer seien.

Nach Ansicht von Momberg sollten die Verwaltungen der Kommunen bei der Planung ihrer baulichen Vorhaben Zahlen zugrunde legen, die nicht älter als zwei Jahre sind.

(dpa)