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| 21:57 Uhr

Lausitz
Bahn bremst beim Wolfs-Projekt

Hoyerswerda. Nach dem Ausbau in Ostsachsen sind die Tiere angeblich nicht stärker gefährdet als bisher. Von Sascha Klein

Die Deutsche Bahn hat den Lausitzer Wolf Ende 2015 zum Forschungsobjekt gemacht – und wird aber zunächst keinen speziellen Wolfsschutz an der Strecke bauen. Das Ergebnis: Nach dem Ausbau und der Elektrifizierung der Strecke zwischen dem Hoyerswerdaer Stadtteil Knappenrode (Kreis Bautzen) und Horka (Kreis Görlitz) gebe es zunächst kein signifikant größeres Kollisionsrisiko zwischen Wolf und Bahn, teilt die Deutsche Bahn auf RUNDSCHAU-Nachfrage mit. Ab Ende 2018 sollen jedoch wesentlich mehr Züge unterwegs sein als vorher: Eine Steigerung von 50 auf bis zu 170 Züge pro Tag in den kommenden Jahren ist möglich.

Geplant war zunächst, an wenigen Stellen teils kilometerlange Zäune und Querungshilfen für den Wolf und andere Wildtiere zu bauen, um das Kollisionsrisiko deutlich zu senken. Zudem sollten spezielle Geräte aufgestellt werden, die die Wölfe mittels Geräuschen verschrecken. Von diesen Bauten nimmt die Deutsche Bahn nach einer Anpassung des Planes im Herbst dieses Jahres zunächst Abstand. Stattdessen wartet die Bahn ab und beobachtet, wie sich Wolf und andere Wildtiere verhalten. Nur wenn sich zeigt, dass es deutlich mehr Unfälle als gedacht gibt, will die Bahn aktiv werden und die einst vorgestellten Projekte umsetzen. Experten der TU Dresden testen im Wildgehege Moritzburg bei Dresden, wie Wölfe auf verschiedene Geräusche reagieren und ob sie Querungshilfen nutzen.

Der Ausbau und die Elektrifizierung der 55 Kilometer langen Strecke von Knappenrode über Horka bis zur polnischen Grenze ist ein Schlüsselprojekt für den Güterverkehr zwischen West- und Osteuropa. Das gesamte Projekt kostet etwa 520 Millionen Euro.