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| 02:40 Uhr

Ansturm auf Facharzt-Terminservice blieb aus

Dresden/Potsdam. Ein Service für Termine beim Facharzt soll in dringenden Fällen monatelange Wartezeiten verhindern. Seit etwa einem Jahr sind die Kassenärztlichen Vereinigungen zu diesem Service verpflichtet. Die Nachfrage hält sich jedoch sowohl in Sachsen als auch in Brandenburg in Grenzen. dpa/bl

Ein Ansturm auf den Vermittlungsservice für Fachärztetermine in Sachsen ist bisher ausgeblieben. Der Service habe im vergangenen Jahr in 3500 bis 4000 Fällen Patienten geholfen, einen Arzt zu finden, sagte der Vorstandschef der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS), Klaus Heckemann, in Dresden. Verglichen mit landesweit rund acht Millionen Behandlungsfällen je Quartal erscheine die Nachfrage zwar relativ gering. "Der Service ist dennoch sinnvoll."

Genau daran zweifelt aber die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB). Zwar funktioniert der Service reibungslos, das Anrufverhalten bewegte sich allerdings auf einem überschaubaren Niveau. Den 2260 erfolgreich vermittelten Terminen standen laut KVBB im vergangenen Jahr aber rund zehn Millionen Behandlungen gegenüber. "Das zeigt, dass wir die Stelle nicht brauchen", sagte ein Sprecher der KVBB. Kritik am Terminservice kommt auch von der Bürgerinitiative Gesundheit. Sie fordert stattdessen eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für Mediziner, besonders in den Regionen fern von Berlin.

Bei den in Sachsen vereinbarten Termin ging es laut Heckemann am häufigsten um Termine bei Fachärzten für Neurologie und Psychiatrie, Augenärzten und Rheumatologen. Diese Anfragen seien in der Regel von Patienten in ländlichen Regionen und vor allem der Chemnitzer Gegend gekommen. Heckemann prognostiziert allerdings, dass die Menschen künftig länger auf Facharzttermine warten müssen und den Termin-Service möglicherweise deshalb öfter in Anspruch nehmen werden. Der Grund: Junge Ärzte scheuten zunehmend, sich mit einer eigenen Praxis niederzulassen.