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Ananaszucht im Weltkulturerbe Bad Muskau

Besuchermagnet in Sachsen: Der Pückler-Park in Bad Muskau. Foto: dpa
Besuchermagnet in Sachsen: Der Pückler-Park in Bad Muskau. Foto: dpa FOTO: dpa
Bad Muskau. Tropische Früchte in Sachsen? In diesem Jahr wird die Ananaszucht im Pückler-Park wieder vorangetrieben. Bis zur Ernte ist es aber noch ein langer Weg. dpa/uf

Im Pückler-Park von Bad Muskau (Landkreis Görlitz) sollen von diesem Jahr an wieder Ananaspflanzen wachsen. „Wenn es gut geht, können wir 2015 die ersten Früchte ernten“, sagte der Geschäftsführer der Parkstiftung, Cord Panning. Im Weltkulturerbe an der Neiße werde damit an die Tradition der Ananaszucht zu Zeiten des Parkschöpfers Hermann von Pückler-Muskau (1785-1871) angeknüpft. Die exotischen Pflanzen sollen am bewährten Ort – in der Schlossgärtnerei – gedeihen. Mit der Fruchtbildung sei allerdings frühestens nach drei Jahren zu rechnen, erläuterte der Parkchef.

Die für etwa 3,5 Millionen Euro rekonstruierte Schlossgärtnerei soll am 21. Juni übergeben werden. In einem der Anzuchthäuser sei dann eine Ausstellung zur Geschichte des Komplexes zu sehen, kündigte Panning an. Überhaupt sehe die Parkstiftung wiederum einem bewegten Jahr entgegen. Im Westflügel des Neuen Schlosses öffneten ein Café sowie neue repräsentative Räume, etwa für Trauungen. Die Verwaltung der Stiftung zieht unters Dach des wiederaufgebauten Gebäudes, das am Ende des Zweiten Weltkrieges ausgebrannt war.

Auch rund 180 Quadratmeter Fläche für Sonderausstellungen seien künftig im Neuen Schloss zu füllen. Die erste davon widmet sich vom 4. Mai an dem Industriedesigner Wilhelm Wagenfeld (1900-1990). Die Stiftung wolle mit solchen Themen den Blick für das kulturelle Erbe der Region weiten, sagte Panning. Wagenfeld hatte als Glasgestalter im nahe gelegenen Weißwasser gearbeitet und mit seinem künstlerischen Werk Maßstäbe gesetzt.

Schätzungsweise 300 000 Menschen besuchen jährlich den Muskauer Park. Nach der Eröffnung der Englischen Brücke habe dieser deutlich an Attraktivität gewonnen, sagte Panning. Wie zu Pücklers Zeiten können Besucher seit vergangenem Oktober einen Rundweg durch den Landschaftgarten nehmen, der zu zwei Dritteln auf polnischem Boden liegt. Zwei wiederaufgebaute Brücken führen inzwischen wieder über die Neiße. Der Fluss markiert seit 1945 die Grenze.