| 03:02 Uhr

AfD mit voller Kraft zur Landtagswahl

Unternehmerin Frauke Petry ist AfD-Landeschefin.
Unternehmerin Frauke Petry ist AfD-Landeschefin. FOTO: dpa
Dresden/Zwickau. Immer mehr Mitglieder, immer mehr Überläufer und eine forsche Landeschefin: Die AfD kann zurzeit vor Kraft kaum laufen. In ihrem Kraftzentrum Sachsen will die Aufsteigerpartei im August in den Landtag. Die Weichen dafür stellt der Parteitag dieses Wochenende in Zwickau. Christine Keilholz

Im Klubhaus Sachsenring in Zwickau will sich die junge Partei am Wochenende für die Landtagswahl in Stellung bringen. Es ist der dritte Konvent bis jetzt, rund 200 AfD-ler sind voraussichtlich dabei. Wie keine andere Partei in Sachsen erleben die Euro-Gegner einen Aufwind nach der Bundestagswahl im September. Zwar scheiterte die AfD knapp an der Fünf-Prozent-Hürde - erreichte aber in Sachsen fast sieben Prozent, ihr bestes Landesergebnis. Bei den Landtagswahlen am 31. August sollten mindestens sechs Prozent drin sein, so rechnet man im stetig wachsenden Landesverband. Es wäre der erste Einzug der AfD in ein deutsches Landesparlament.

Die Geschichte der Alternativpartei in Sachsen begann erst im vergangenen April mit der Gründung eines Landesverbands. Der hat inzwischen mehr als 600 Mitglieder, gerade der Erfolg bei der Bundestagswahl trieb der Partei die Mitglieder zu. Seitdem gründet die AfD einen Kreisverband nach dem anderen. In den Kreisen und Kommunen sammelt die Partei abtrünnige Abgeordnete von CDU und FDP ein. Beispiel Freital, wo im Januar drei Stadträte aus der CDU austraten und nun auf dem Ticket der AfD unterwegs sind.

Die Partei macht vor allem mit ihren Europa-kritischen Einwürfen von sich reden. AfD-Aktivisten demonstrierten beim Semperopernball gegen EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, der in der Oper einen Orden entgegennahm.

Die Unternehmerin Frauke Petry, die im November zur Landeschefin gewählt wurde, feierte ihre Truppe schon als "die bessere FDP". Petry ist eine der schillernden Figuren der Partei. Die 38-Jährige ist Chemikerin, Pfarrersfrau und vierfache Mutter. Seit der Gründung der Alternative für Deutschland im Februar 2013 tritt Petry als stellvertretende Parteisprecherin auf. Beim ersten AfD-Parteitag im April 2013 wurde sie zu einem der drei Sprecher im Bundesvorstand gewählt.

Überschattet wird das Image der Powerfrau indes dadurch, dass ihr preisgekröntes Unternehmen im Herbst Insolvenz anmelden musste. Auch ihre Äußerungen zur Zuwanderungspolitik sind umstritten. So fordert sie "strikte Regeln", nach denen nur "wirklich politisch Verfolgte" Asyl erhalten sollten.

Über die in Sachsen derzeit heftig diskutierte Asylpolitik wird es am Wochenende in Zwickau viel zu bereden geben. Am Sonntag geht es um das Programm, am Sonnabend stehen dringend nötige Satzungsänderungen an. So will die junge Partei ihren Landesvorstand vergrößern. Also wird am Sonnabend in Zwickau nachgewählt, um den Ende November gewählten Vorstand "personell zu ergänzen". Wie viele Vorstandsmitglieder es zusätzlich sein sollen, steht laut interner Bekanntmachung noch nicht fest.

Neben dem größeren Parteivorstand steht auch die Frage an, ob es einen neuen Generalsekretär geben soll. Darüber hinaus gibt es etliche Forderungen aus der Partei zu beraten. Wie die nach Volksabstimmungen für den Bau von Moscheen. Oder den Vorstoß, englischsprachige Musik im Radio einzuschränken, den einige Mitglieder im Wahlprogramm unterbringen wollen.