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Ärger für Hells-Angels-Symbole

Identitätssymbol: Erkennungszeichen der Hells Angels.
Identitätssymbol: Erkennungszeichen der Hells Angels. FOTO: dpa
Dresden. Der geflügelte Totenkopf unter dem Schriftzug "Hells Angels" soll Angst und Respekt verbreiten. Nicht nur die Mitglieder dieser Rockergruppe identifizieren sich über solche Symbole. Wer die Hells-Angels-Insignien trägt, muss in Sachsen mit Ärger rechnen. dpa

Sachsens Polizei setzt das Verbot der Symbole der Rockergruppe Hells Angels konsequent um. Seit Juni habe es bereits sieben Anzeigen wegen Verstößen gegeben, teilte das Innenministerium in Dresden mit. In sechs Fällen seien Kleidungsstücke mit den Rockersymbolen sichergestellt worden.

Seit Ende Juni dürfen die "Kutten" der Gruppe mit dem geflügelten Totenkopf und dem Schriftzug "Hells Angels" auch in Sachsen nicht mehr getragen werden. Auch auf anderen Kleidungsstücken oder an Motorrädern sind die Symbole nicht mehr erlaubt. "Das Verbot der Erkennungszeichen bedeutet klare Sprache und nimmt den Rockern ein Identitätssymbol", sagte Landespolizeipräsident Rainer Kann.

Mit der Verbotsverfügung hatten sich die sächsischen Behörden einem Urteil des Oberlandesgerichtes Hamburg vom 7. April 2014 angeschlossen. Die Richter waren zu dem Schluss gekommen, dass die Verwendung der Symbole einer wegen krimineller Machenschaften verbotenen Rockergruppe auch dann nicht erlaubt ist, wenn sie zusammen mit einem Hinweis auf einen nicht verbotenen Ableger der Gruppe an einem anderen Ort getragen wird. In Deutschland waren in den letzten Jahren mehrere Ortsgruppen - sogenannte Chapter - der Hells Angels verboten worden, unter anderem in Bremen, Berlin, Köln und Kiel.

Zum Zeitpunkt des Symbolverbots gab es in Sachsen sieben sogenannte Hells-Angels-Unterstützergruppen. Eine mögliche analoge Anwendung des Urteils auf "Kutten" anderer verbotener Rockergruppierungen werde derzeit geprüft, sagte eine Ministeriumssprecherin.