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| 18:57 Uhr

Bikertreffen in Augustusburg kurzfristig abgesagt
Schnee hat Sachsen weiter fest im Griff

 Auf der Strecke Görlitz-Bischofswerda kollidierte Donnerstagfrüh ein Zug der ODEG mit einem Baum, der unter dem Schnee nachgegeben hatte.
Auf der Strecke Görlitz-Bischofswerda kollidierte Donnerstagfrüh ein Zug der ODEG mit einem Baum, der unter dem Schnee nachgegeben hatte. FOTO: RocciPix / Rocci Klein
Bischofswerda/Augustusburg/Aue. Ein Zug kollidiert bei Bischofswerda mit einem umgestürzten Baum. Das Bikertreffen in Augustusburg wird abgesagt.

Der Bahnverkehr in Sachsen leidet weiter unter dem massiven Wintereinbruch. Zwischen Görlitz und Bischofswerda ist am Donnerstagmorgen ein Baum, der den Schneemassen nicht mehr standhalten konnte, auf die Zuggleise gefallen. Gegen fünf Uhr kollidierte ein Zug der Odeg zwischen den Bahnhöfen Seitschen und Bischofswerda auf Höhe des Ortes Medewitz mit dem Baum.

Der Triebwagen wurde dabei an der Front stark beschädigt. Der Zugführer bemerkte den Baum noch, doch eine Gefahrenbremsung konnte den Zusammenstoß nicht mehr verhindern. An Bord des Zuges waren drei Reisende sowie zwei Mitarbeiter des Bahnpersonals.Nach der Kollision sperrte die Bahn die Strecke bis weit nach 10 Uhr. Die Berufs- sowie Schulpendler versuchten auf Busse und Autos auszuweichen. Teilweise wurden Schienenersatzbusse zwischen Bischofswerda und Görlitz eingesetzt.

Dauerhaft Strecken sperren mussten am Donnerstag aufgrund des heftigen Wintereinbruchs die Länderbahn, die Mitteldeutsche Regiobahn und auch die Erzgebirgsbahn. Am Vormittag  wurden die Verbindungen zwischen Chemnitz und Olbernhau sowie zwischen Chemnitz und Annaberg-Bucholz komplett eingestellt, wie eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur sagte. Bereits seit dem Vortag fuhr zwischen Zwickau und Johanngeorgenstadt kein Zug mehr.

Auch auf der Strecke zwischen Leipzig und Chemnitz wurden Fahrgäste auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Wegen blockierter Gleise war die Strecke des RE 6 zwischen Geithain im Landkreis Nordsachsen und Chemnitz gesperrt, teilte die Mitteldeutsche Regiobahn mit (MRB). Die Züge pendelten zwischen Leipzig und Geithain. Von dort nach Chemnitz sei ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet worden. Zuvor hatten die Schneemassen bereits den Zugverkehr im Vogtland und in Ostsachsen schwer getroffen. Wie die Länderbahn mitteilte, lag das an umgestürzten Bäumen und Schneeverwehungen.

Betroffen waren etwa die Hauptstrecken des Trilex von Bischofswerda nach Zittau und von Bischofswerda nach Görlitz. Ein Ersatzverkehr mit Bussen konnte im Falle des RE6 zwischen Geithain und Chemnitz eingerichtet werden. Bis zum Mittag war unklar, wann die Strecken wieder ohne Einschränkungen befahrbar sind. Laut Länderbahn sollte die Beräumung im Laufe des Vormittags beginnen. Auch die MRB und die Erz­gebirgsbahn hatten Räumtrupps im Einsatz.

Der viele Schnee lässt auch etliche Termine platzen. So fällt zum erst zweiten Mal in der 48-jährigen Geschichte das Wintertreffen der Motorradfahrer auf Schloss Augustusburg im Erzgebirge aus. Zwei Tage vor dem Traditionsereignis, das diesen Samstag stattfinden sollte, sagten die Organisatoren die Veranstaltung am Donnerstag aus Sicherheitsgründen ab.

Die Gefahr durch Dachlawinen mache ein Zelten rund um das Schloss unmöglich, sagte ein Sprecher der Augustusburg/Scharfenstein/Lichtenwalde Schlossbetriebe gGmbH. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Aber letztlich war eine Absage unvermeidlich. Alles andere wäre unverantwortlich“, so A/S/L-Schlossbetriebe-Geschäftsführerin Patrizia Meyn und Dirk Neubauer, Bürgermeister der Stadt Augustusburg.

Seit Mittwoch seien in 24 Stunden zwischen 50 und 100 Zentimeter Schnee gefallen. Die Schlossauffahrt sei nicht passierbar.

Für Biker, die bereits unterwegs sind und nicht mehr über die kurzfristige Absage informiert werden konnten, wurde ein Ersatzquartier eingerichtet. „Wir haben eine Notfallvariante im Steinbruch“, sagte der Sprecher. Jedes Jahr kommen Tausende Motorradfahrer aus dem In- und Ausland sowie Schaulustige zu dem Bikertreff.

Der Wintereinbruch im Erzgebirge hat auch der Stadt Aue einen Strich durch die Rechnung bei der Inbetriebnahme eines Millionenprojektes gemacht. Wie das Landratsamt für den Erzgebirgskreis am Donnerstag mitteilte, wurde die für diesen Freitag geplante Einweihung der neu errichteten Zweifelderhalle für das Clemens-Winkler-Gymnasium witterungsbedingt abgesagt. Man werde zeitnah über einen neuen Termin informieren, hieß es. Der Bau hat laut Kultusministerium rund fünf Millionen Euro gekostet. Davon hat der Freistaat nach eigenen Angaben rund 3,8 Millionen Euro aus dem Förderprogramm „Brücken in die Zukunft“ beigesteuert.

Aufgrund der starken Schneefälle sind auch Wälder in und um Annaberg-Buchholz (Erzgebirge) gesperrt worden. „Zahlreiche Bäume sind bereits umgestürzt, weitere Schäden werden erwartet“, sagte ein Stadtsprecher zuvor. Die Bäume haben schwer an der Last zu tragen, daher kommt es vielerorts zu Schneebruch.

(dpa)