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600 Stellen fallen in den Jobcentern weg

Chemnitz. Weniger Arbeitslose, weniger Vermittler. Sachsens Jobcenter reagieren auf sinkende Arbeitslosenzahlen und reduzieren das eigene Personal. dpa/sm

Von 2016 bis 2020 werden rund 600 Stellen und damit zehn Prozent des derzeitigen Personalbestandes verschwinden. Das bestätigte am Mittwoch der Sprecher der sächsischen Arbeitsagentur, Frank Vollgold. Kündigungen werde es nicht geben. Vielmehr besetze man einen Teil freiwerdender Stellen nicht mehr. Laut Vollgold sind seit 2011 schon 700 Stellen abgebaut worden.

Die Linke warnte vor einer Massenabfertigung. "In den Jobcentern in Sachsen werden deutlich mehr Erwerbslose von einem Arbeitsvermittler betreut als offiziell ausgewiesen", sagte die Zwickauer Politikerin Sabine Zimmermann, Fraktionsvize und arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken im Bundestag. Sie hatte bei der Bundesagentur für Arbeit gefragt, wie hoch der Betreuungsschlüssel ist, wenn alle Erwerbslosen sowie ausschließlich Mitarbeiter berücksichtigt werden, die tatsächlich Jobs vermitteln. Danach kommen auf einen Vermittler im Schnitt 115 Erwerbslose unter 25 Jahren. Bei den über 25-Jährigen sind es 196. Die Zahlen übersteigen laut Zimmermann klar die gesetzlichen Orientierungswerte von 1:75 beziehungsweise 1:150.