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| 17:18 Uhr

27-jähriger Sorbe soll Domowina-Vorsitz übernehmen

Engagement für sorbische Sprache und Kultur. Die Kooperation von Domowina und Vattenfall ermöglicht Projekte im sorbischen Siedlungsgebiet, mit der die Minderheit ein Stück Zukunft gestalten kann. Foto: ddp
Engagement für sorbische Sprache und Kultur. Die Kooperation von Domowina und Vattenfall ermöglicht Projekte im sorbischen Siedlungsgebiet, mit der die Minderheit ein Stück Zukunft gestalten kann. Foto: ddp FOTO: ddp
Bautzen. Der 27-jährige David Statnik aus Ralbitz (Landkreis Bautzen) soll neuer Chef der sorbischen Dachorganisation Domowina werden. Der bisherige Vorsitzende Jan Nuck stellte den von ihm vorgeschlagenen Kandidaten am Samstag in Bautzen vor. Statnik arbeitet als Bühnenmeister am Sorbischen National-Ensemble in Bautzen.

Auf der Hauptversammlung der Domowina am 26. März tritt der Vater zweier Kinder in Uhyst (Landkreis Görlitz) zur Wahl an.Nuck kandidiert nach elf Jahren auf dem Posten nicht wieder. Der 63-Jährige ist überzeugt, dass der junge Bewerber ungeachtet seines Alters die Funktion gut ausfüllen werde.

Statnik sagte, er arbeite bereits seit 2009 im Bundesvorstand der Domowina mit. Zur Wahl hoffe er auf Gegenkandidaten. “Es ist an der Zeit, jüngeren Menschen die Nachfolge zu überlassen„, hob Nuck hervor. Aus diesem Grund habe er bereits vor zwei Jahren nicht mehr für das Ehrenamt kandidieren wollen. Da sich damals kein anderer Bewerber fand, übernahm der Unternehmer erneut den Vorsitz, allerdings nur für eine halbe Wahlperiode.

“Ich habe diese Arbeit gern gemacht, bis zum Schluss„, sagte der Geschäftsführer eines Getränkehandels. Er habe in seiner Amtszeit, ständig um mehr Geld ringen müssen, um Kultur und Sprache des kleinsten slawischen Volkes zu erhalten und zu pflegen. Er halte es nach wie vor für erforderlich, der Minderheit in verstärktem Maße Rechte zur Selbstbestimmung einzuräumen. “In vielen Dingen wollen wir unser Schicksal selbst in die Hand nehmen„, findet Nuck.

Sein möglicher Nachfolger sieht die Arbeit Domowina als langwierigen Prozess. Er wolle das Ruder nicht einfach herumreißen, sagte Statnik. Ihm liege am Herzen, dass seine neun Monate und zwei Jahre alten Kinder im sorbischsprachigen Umfeld aufwachsen. Dies sei für ihn der kräftigste Motor. Nach Pawol Nedo, der 1933 mit 25 Jahren die Führung der Domowina übernahm, wäre der Ralbitzer der zweitjüngste Vorsitzende in der Geschichte der 1912 gegründeten Interessenvertretung.