| 19:57 Uhr

250 000 Gäste feiern in Löbau den "Tag der Sachsen"

Teilnehmer des Festumzug stehen am 03.09.2017 in Löbau (Sachsen) anlässlich des 26. Tag der Sachsen auf dem Altmarkt.
Teilnehmer des Festumzug stehen am 03.09.2017 in Löbau (Sachsen) anlässlich des 26. Tag der Sachsen auf dem Altmarkt. FOTO: Sebastian Kahnert (dpa-Zentralbild)
Löbau. Von der Oberlausitz geht der Staffelstab für den "Tag der Sachsen" ins nordsächsische Torgau. Zuvor haben die Oberlausitzer drei Tage gezeigt, wie 250 000 Besucher bei Sachsens größtem Volksfest friedlich feiern. dpa/bob

Boogie-Woogie schallt am Sonntag weit über die Löbauer Bahnhofsstraße. Die Zuhörer bleiben stehen. Doch nicht nur die Musik des jungen Pianisten an dem außergewöhnlichen Klavier begeistert sie. Aus dem Instrument in Schwarz-Weiß ragen auf beiden Seiten Zapfhähne für Pils und Schwarzbier heraus. Eigens für den Tag der Sachsen hat die renommierte Löbauer Klavierbau-Firma August Förster diese Klavier-Version gebaut. Die Manufaktur wird in fünfter Generation in der Stadt geführt. Ein solches „Kla-Bier“ aber war auch für den Handwerksbetrieb Premiere.

Eine Erstaufführung erlebte dagegen Löbau mit der Ausrichtung des Tags der Sachsen keineswegs. Die Oberlausitzer Stadt mit gut 15 000 Einwohnern gehört inzwischen zu den routinierten Festausrichtern im Freistaat. Nach Landesgartenschau 2012 und dem Sächsischen Landeserntedankfest 2017 war es für den Oberbürgermeister Dietmar Buchholz (parteilos) nur selbstverständlich, sich auch für den Tag der Sachsen zu bewerben.

„Es war ein gelungener Tag. Ein solches Ereignis organisiert man nicht nur für die eigene Stadt, sondern für die Region. Hier soll Sachsen zusammenkommen“, sagte er am Sonntag kurz vor der Übergabe des Staffelstabs an Torgau. Die nordsächsische Stadt wird im kommenden Jahr das Vereins- und Volksfest der Sachsen ausrichten.

An dem Löbauer „Fest der Bürger für Bürger“ beteiligten sich mehr als 450 Vereine und Institutionen unter dem Motto „Mit Volldampf nach Löbau“. Beim Festumzug am Sonntag waren über 3000 Mitwirkende, 150 Themenwagen und 150 Tiere auf den 2,5 Kilometern dabei. Nach ersten Schätzungen des Veranstalters kamen an den drei Tagen rund 250 000 Gäste aus der näheren Umgebung, Sachsen, Brandenburg sowie der Tschechien und Polen. Wie ein Polizeisprecher sagte, ist an allen Tagen friedlich gefeiert worden. „Der Einsatz ist zwar erst heute Nacht zu Ende. Doch wir werden das Resümee ziehen können, dass unser Sicherheitskonzept aufgegangen ist“, sagte er.

Demnach war das Festgebiet für den Fahrzeugverkehr gesperrt worden. Mit Sperren waren die Zufahrtsstrecken ins Stadtgebiet blockiert. Gemeinsam gingen Beamte aus Deutschland, Tschechien und Polen auf Streife. 500 ehrenamtliche Helfer waren insgesamt unterwegs. „Es ist bis zum letzten Tag Hektik. Deshalb raten wir unseren Nachfolgern: Bewahrt die Ruhe. Gute Vorbereitungen zahlen sich aus“, sagte Buchholz.

Aufgegangen sei auch das Konzept von Bus und Bahn. Viele Gäste hätten die Sonderzüge genutzt. Das Bahnunternehmen Trilex musste am Samstag und Sonntag aufgrund der zahlreichen Reisen nach eigenen Angaben zu den bereits geplanten Sonderfahrten zusätzliche Züge bereitstellen.

Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) lobte bei seinem Stadtrundgang am Sonntag die Stadt Löbau: „Die Stadt hat alle Erwartungen mehr als erfüllt. Jetzt gilt es für Torgau, die Herausforderung zu meistern.“ Romina Barth (CDU), Torgauer Stadtchefin und eine der jüngsten Oberbürgermeisterinnen Deutschlands, versprach diese Aufgabe zu meistern. „Wir laden alle ein. Wir werden die historische Innenstadt zum Beben bringen“, sagte sie bei der Abschlussveranstaltung.

Es kamen auch die Organisatoren aus Riesa vorbei. Die Sportstadt will 2019 den Tag der Sachsen ausrichten. Oberbürgermeister Buchholz hofft, dass sich nach Löbau nochmals eine Stadt in der Oberlausitz finden werde, die sich traut, Sachsens größtes Volks- und Vereinsfest für die Region auszurichten. Er selbst könnte sich für seine Stadt vorstellen, demnächst die Hand für den Sächsischen Familientag zu heben.