| 16:31 Uhr

SEK-Einsatz im Landkreis Görlitz
24-Jähriger gibt nach Knüppel-Attacke auf Autos auf

Auch ein Spezialeinsatzkommando wurde an den Ort des Geschehens beordert.
Auch ein Spezialeinsatzkommando wurde an den Ort des Geschehens beordert. FOTO: Frank Rumpenhorst / picture alliance / Frank Rumpenh
Ebersbach. Die Polizei hat am Mittwochnachmittag in einer Wohnung an der Oberlausitzer Straße in Ebersbach einen 24-jährigen Mann vorläufig festgenommen. Der womöglich unter Drogeneinfluss Stehende soll am Vormittag mit einem Knüppel auf parkende Autos vor dem Wohnblock eingeschlagen und andere Anwohner mit dem Tode bedroht haben.

Gegen 10.10 Uhr habe die Polizei per Notruf Kenntnis von dem Geschehen erhalten, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei. Anwohner hätten zudem knallartige Geräusche aus der Wohnung des Mannes wahrgenommen. Unklar war, ob hier geschossen worden war. Zudem soll er mit Schwertern hantiert haben.

Aufgrund der ernstzunehmenden Schilderungen löste das Führungs- und Lagezentrum der Polizeidirektion einen größeren Polizeieinsatz aus. Während Streifen des Reviers Zittau-Oberland die Straßen im Umfeld der Oberlausitzer Straße sperrten, wurden weitere, für derartige Situationen spezialisierte Einsatzkräfte zum Ort des Geschehens beordert. Beamte informierten zudem die Leitung einer benachbarten Mittelschule sowie die Leiterin eines angrenzenden Kindergartens. Für die Kinder, Lehrer, Erzieherinnen und Anwohner bestand keine akute Gefahr.

„Schnell machten Gerüchte einer mutmaßlichen Geiselnahme oder einer etwaigen Evakuierung der Schule die Runde. Diese Aussagen sind falsch. Weder hatte der Tatverdächtige eine Geisel genommen – er hielt sich alleine in seiner Wohnung auf – noch bestand die Notwendigkeit, das Wohnhaus, die Mittelschule oder den Kindergarten zu evakuieren“, informiert Polizeisprecher Thomas Knaup.

Da allerdings unklar war, ob der Mann im Besitz einer Schusswaffe oder anderer Waffen war, rückte neben dem Einsatzzug der Polizeidirektion auch das Spezialeinsatzkommando (SEK) der sächsischen Polizei an. Mitarbeiter der Verhandlungsgruppe des Landeskriminalamtes nahmen mit dem Tatverdächtigen Kontakt auf und sprachen mit der Mutter des jungen Mannes. Er konnte schließlich so zur Aufgabe bewegt werden, wollte aber seine Wohnung nicht verlassen.

Um 14.45 Uhr ergriff ein Trupp des SEK Sachsen laut Polizei in einer geplanten und koordinierten Aktion den 24-Jährigen in seiner Wohnung. Verletzt wurde dabei niemand.

„Die Ermittlungen der Kriminalpolizei haben begonnen. Dazu gehört zur Stunde auch, die Wohnung des Tatverdächtigen zu durchsuchen. Ein Arzt wird zudem prüfen, ob der Mann in eine medizinische Einrichtung eingewiesen wird“, informiert Knaup weiter.

Gegen 15.15 Uhr hob die Polizei die weiträumigen Sperrungen auf. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an. Die Polizei kündigt an, am Donnerstag über den Abschluss des Einsatzes und das Ergebnis der Wohnungsdurchsuchung zu berichten.

(fh)