Die von Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD)angekündigten 3,65 Milliarden Euro seien nur das Geld für bereitszugesagte Projekte, nicht aber für neue Vorhaben, kritisierteSachsens Wirtschaftsminister Martin Gillo (CDU). Es fehlten rundeine Milliarde Euro, jeweils etwa die Hälfte für Straße undSchiene. "Unsere olympische Vorfreude ist getrübt", so Gillo. Erwolle das Thema bereits heute mit Stolpe undBundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) besprechen.
Auch Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) hatte dieAnkündigungen bemängelt. "Das sind alles schon bekannteVerkehrspläne und keine neuen Beträge." Mehrere Anforderungenseien dagegen vom Bund nicht berücksichtigt worden. So vermisseer die Fortführung der A 72 Chemnitz-Leipzig bis in den StadtteilConnewitz, sagte Gillo. Außerdem fehle Geld für denSchienenausbau der Strecke Plagwitz-Möckern im Stadtgebiet vonLeipzig, die Anbindung ans olympisches Dorf und der Ausbau derTrasse nach Riesa.
Der Minister kritisierte zudem, dass laut der Berliner Planungzahlreiche Autobahnstrecken jetzt später fertig werden sollen,als ursprünglich zugesagt. So verschiebe sich die Fertigstellungder A 38 von 2005 auf 2006, obwohl Kanzler Schröder die Übergabebis zur BMW-Werkseröffnung zugesagt hatte.
Der sechsspurige Ausbau der A 14 zwischen Leipzig und Halle werdevon 2006 auf 2012 verschoben, ebenso die A 72 Chemnitz-Leipzig.Ferner fehlten der sechsspurige Ausbau der A 14 von Leipzig bisNossen, der vierspurige Ausbau der B 169 von Riesa zur Autobahnsowie konkrete Aussagen zur A 16 von Leipzig RichtungBrandenburg. "Es gab einen sehr guten ersten Schritt. Jetztwarten wird auf den zweiten", sagte Gillo. Er sei zuversichtlich,in den Gesprächen noch etwas zu erreichen.
2,78 Milliarden Euro der Gesamtsumme, die Stolpe für dieOlympia-Bewerberstädte zusammengerechnet hatte, sind für den RaumLeipzig vorgesehen. Weitere 0,87 Milliarden Euro für den RaumRostock und Stralsund. (Eig. Ber./sh)