"Unser Ziel ist es, die Leistung der Menschen zu würdigen, die die SED-Diktatur gestürzt und den Aufbruch mitgestaltet haben", sagte gestern der Chef der Staatskanzlei, Johannes Beermann.
Gefördert werden Projekte, die an Ereignisse erinnern, die zur friedlichen Revolution führten, die persönliche Schicksale und Lebensläufe oder Initiativen aus dem kirchlichen und kulturellen Bereich sowie der Umwelt- und Bürgerbewegung darstellen. Außerdem solle es um die deutsche Spaltung, den Prozess der Wiedervereinigung, den Aufbau des Landes und die Geschichte von Unternehmen gehen. "Wir wollen die Identität Sachsens als Kernland der friedlichen Revolution schärfen, mehr Bürger für ein Engagement begeistern und die Erinnerungen an 1989 wach halten", so Beermann.
Um möglichst viele Projekte und Vorhaben unterstützen zu können, wurde eine Förderrichtlinie unter dem Titel "20 Jahre friedliche Revolution und deutsche Einheit - Erinnerung und Gedenken" erarbeitet. Zu den drei Stichtagen 31. Oktober, 31. März 2009 und 31. Juli 2009 können bei der Sächsischen Aufbaubank Anträge gestellt werden. Für die Auswahl gibt es einen Beirat, dem unter anderem Vertreter des Hannah-Arendt-Instituts, des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig sowie der sächsische Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Michael Beleites und der ehemalige Dresdner Oberbürgermeister Herbert Wagner angehören.
Beleites und die Staatskanzlei wollen zudem mit einer Ausstellung, die 2009 in mehreren Städten zu sehen sein soll, der Ereignisse gedenken. Zeitzeugen werden daher gebeten, private Fotos, Filmaufnahmen oder Gegenstände, Tagebücher und Briefe zur Verfügung zu stellen. Die Adresse: Der Sächsische Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Unterer Kreuzweg 1, 01097 Dresden. Fragen an Nancy Aris (0351 6568 112) und Agnes Kirstan (0351 6568 114).