Als Gegenleistung für eine Unterstützung des kanadischen Zugbauers Bombardier besteht Sachsen auf einer Garantie für die beiden Standorte in Görlitz und Bautzen. Wenn es eine solche Garantie über das Jahr 2018 hinaus gebe, sei Sachsen auch bereit, mit seinen Möglichkeiten wie der Technologieförderung oder dem Weiterbildungs check zu helfen, sagte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) am Mittwoch in einer emotional geführten Landtagsdebatte. Jetzt müsse man ein Zukunftsmodell entwickeln und die Ingenieurleistungen in Sachsen erhalten: "Das ist die Zukunftsperspektive." Dulig ging auch auf die schwierige wirtschaftliche Lage des Unternehmens ein.

Zugleich redete Dulig Bombardier ins Gewissen: "Es ist unanständig, wenn jetzt auch Managementfehler auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden." Sachsen sei überproportional von dem geplanten Stellenabbau betroffen. Von 1430 Stellen, die in Deutschland wegfallen sollen, kämen 900 auf Sachsen. Dass sei nicht akzeptabel.

Als Dulig den Linken vorwarf, Klassenkampf auf dem Rücken der Beschäftigten auszutragen, ging es phasenweise lautstark im Plenarsaal zu. Die Linken hatten die Debatte beantragt und ihr den Titel gegeben: "Entscheidungen über den Industriestandort Sachsen - drohender Arbeitsplatzverlust beim Bombardier - Gründe für das hilflose Agieren der Staatsregierung".

Das wollte der Wirtschaftsminister nicht auf sich sitzen lassen: "Wenn es Ihnen darum gehen würde, hier Solidarität zu zeigen, dann bräuchten Sie nicht so eine Art von Polemik", rief er den Linken entgegen.