Schluss also mit der Einspeisevergütung, die den Investoren in Solar und Wind 20 Jahre lang Umsatz garantiert. Stattdessen will Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) nur noch die Strommengen bezahlt sehen, die tatsächlich einen Abnehmer finden. "Wir wollen die Erneuerbaren Energien nicht mehr als Randerscheinung, sondern wir wollen sie in den Strommarkt integrieren", sagte Morlok am Mittwoch in Dresden.

Derzeit kursieren zwischen Berlin und den Ländern mehrere Vorschläge zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) - ohne dass die Sache vorankommt. Sachsen will sich nun an die Spitze der Bewegung stellen. Deshalb hat Morlok bereits einen Gesetzentwurf fertig. Mit dem will die schwarz-gelbe sächsische Staatsregierung am 1. Februar im Bundesrat punkten.

Sachsen schlägt darin ein Quotenmodell vor, mit dem das EEG marktgerechter gestaltet werden soll. Die Idee: Der Gesetzgeber legt fest, welchen Mindestanteil an EE-Strom die Energieversorger im Jahr beziehen müssen. Für diesen grünen Strom erhalten die Unternehmen Zertifikate, die auch handelbar sind. Dabei ist es den Versorgern überlassen, ob sie den Ökostrom selbst produzieren oder zukaufen - zum Beispiel von Endverbrauchern, die auf dem eigenen Dach Solarstrom erzeugen. Darin sieht Morlok eine Chance für kommunale Energie-Erzeuger. "Ich bin mir sicher, dass die Erzeuger hier neue Vertragsformen mit ihren Kunden finden."

Der Gesetzesvorschlag basiert auf einem Gutachten, das die Professoren Justus Haucap von der Uni Düsseldorf und Jürgen Kühling aus Regensburg 2012 für Sachsens Wirtschaftsministerium erarbeitet haben. Laut den Gutachtern sei damit der Zubau an Ökostrom-Kapazitäten passgenau steuerbar, und damit auch der Netzausbaubedarf besser planbar. Die Versorgungsunternehmen stünden so im Wettbewerb um Kunden und hätten starke Anreize, den Strom mit den niedrigsten Gestehungskosten zu nutzen.

Wenn diese Rechnung aufgeht, bleibt also der Strompreis niedrig. Netzanschlusspflicht und Einspeisevorrang für EE-Strom sollen indes enthalten bleiben. Die Reform des EEG ist ein Thema, von dem sich die FDP im Wahljahr 2013 viel verspricht. Deshalb soll es nun auch schnell gehen. Würde das Gesetz im Bundesrat durchkommen, könnte es Anfang 2014 in Kraft treten. Es wäre dann im Herbst eine der ersten Aufgaben der neu gewählten Bundesregierung, sich zu dem sächsischen EEG-Vorschlag zu positionieren.