Sämtliche Fälle würden beim für Extremismus zuständigen Operativen Abwehrzentrum (OAZ) gebündelt, sagte Innenstaatssekretär Michael Wilhelm (CDU). "Wir werden das mit aller Macht und ohne Gnade verfolgen." Bislang ermittle das OAZ wegen Fällen in Pirna, Kamenz, Bautzen und Leipzig. Es sei davon auszugehen, dass es weitere Bedrohungen gegeben habe, die aber noch nicht angezeigt worden seien, sagte Wilhelm. Das Landeskriminalamt sei beauftragt worden, alle Fälle rückwirkend zum 1. Januar zu recherchieren und an das OAZ zu übergeben.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), der nach eigenen Angaben 30-mal bedroht wurde und deshalb unter Polizeischutz steht, machte den Leipziger Ableger der Pegida-Bewegung indirekt für die Zunahme der Anfeindungen mitverantwortlich. "Ich habe in meiner Amtszeit ein, zweimal Drohungen erhalten. Und seit wir die Legida-Demonstrationen haben, zum ersten Mal eine gehäufte Bedrohungssituation bis hin zum Polizeischutz." Das sei eindeutig das Ergebnis einer islam- und fremdenfeindlichen Stimmung. "Es kommt aus einer demokratie skeptischen bis rechtsradikalen, fremdenfeindlichen Szene."

Zuletzt war der Pirnaer Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke (parteilos) nach einer fremdenfeindlichen Demonstration der rechtsextremen NPD in seiner Stadt am Telefon beleidigt und aufgefordert worden, sich aus der Asylpolitik zurückzuziehen.