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Sachsen wehrt sich gegen Atommüll

Bautzen/Cottbus. Bis 2031 soll die Suche nach einem geeigneten Atommüll-Endlager in Deutschland abgeschlossen sein. Der Freistaat Sachsen sieht sich jedoch ungleich behandelt und will schon jetzt aus der Suche ausscheren. Das ruft Kritik hervor . Uwe Menschnerund Christian Taubert

Obwohl es einen großen Zeithorizont für die Suche nach einem Atommüll-Endlager in Deutschland gibt, will der Freistaat Sachsen schon frühzeitig ausscheren. Zwar hat die Endlager-Kommission in ihrem Abschlussbericht klargestellt, dass bei der Standortsuche drei Gesteinsarten - Ton, Salz und Kristallin (Granit) - im Rennen bleiben. Allerdings wurde für eine Lagerung in Granit ein zusätzlicher Kupferbehälter angedacht.

Für den Dresdner Umweltminister Thomas Schmidt (CDU), selbst Mitglied der Kommission, ist damit das Prinzip der Gleichbehandlung verletzt. Er lehnt Gesteinsformationen, die nur in Kombination mit zusätzlichen technischen Einrichtungen Sicherheit bieten, ab. Ministeriumssprecher Jörg Förster fügt hinzu: In die Suche einbezogen zu werden, könne frühzeitige Auswirkungen haben. So könnten "Veränderungssperren" über Gebiete verhängt werden, um sie schon frühzeitig für die mögliche Nutzung als Endlager zu sichern.

Für Kommissionsmitglied Sylvia Kotting-Uhl ist dieses Auffassung bedauerlich. "Wir müssen endlich dafür sorgen, dass wir den bestmöglich sicheren Standort für die nächste eine Million Jahre finden", betont die Bundestagsabgeordnete der Grünen gegenüber der RUNDSCHAU. Dazu dürften alternative Konzepte wie die Einlagerung in Kristallin nicht vorschnell ausgeschlossen werden. "Es ist schade, dass Minister Schmidt den Kern des neuen Verfahrens - nämlich die Ergebnisoffenheit - immer noch nicht verstanden hat", sagt Kotting-Uhl.

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