Dazu hatte die Behörde rund 7000 ehemalige sächsische Bürger befragt, die von Januar 2000 bis Juni 2001 das Land verließen. Das waren knapp zehn Prozent der Erwachsenen, die in in dieser Zeit abwanderten.
40 Prozent der Betroffenen gaben als Motiv für den Wegzug eine Arbeitsaufnahme oder Fortsetzung ihrer Arbeit außerhalb Sachsens an. Hauptziele der Sachsen waren in diesem Zeitraum Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Mehr als die Hälfte der Fortgezogenen war jünger als 30 Jahre alt. Nach Erkenntnissen der Statistiker haben die Abwanderer eine überdurchschnittlich hohe Schulbildung.
Groß bleibt der Wunsch nach eine Rückkehr in die sächsische Heimat. Rund zwei Drittel der Betroffenen kann sich laut Umfrage vorstellen, nach Sachsen zurückzukehren. Allein im Jahr 2001 hatten
62 300 Menschen den Freistaat verlassen. Damit zogen rund 23 800 Einwohner mehr aus Sachsen fort als neue in den Freistaat kamen. Das war ein neuer Höchstwert seit den starken Abwanderungsströmen Anfang der 1990er-Jahre und Hauptursache für den stärksten Bevölkerungsrückgang seit 1992 (minus ein Prozent auf rund 4,38 Millionen).
Im Jahr 2002 hatte sich der Bevölkerungsrückgang - der auch durch die Zahl der Geburten und Sterbefälle beeinflusst wird - jedoch wieder leicht abgeschwächt. Rund 4,35 Millionen Einwohner lebten den Angaben zu Folge im Freistaat. Der Wanderungsverlust verringerte sich sogar im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Viertel auf rund 17 600. Hauptursache für den Bevölkerungsrückgang war das Geburtendefizit.
Von den großen Städten konnten 2002 nur Leipzig und Dresden eine gering steigende Bevölkerungszahl melden. In der Messestadt lebten nach Angaben des Statistikamtes 2002 knapp 495 000 Einwohner, rund 2000 mehr als im Vorjahr. In Dresden waren es rund 511 800, rund 1560 mehr als 2001. (dpa/bra)