Das Bioanalytik-Zentrum "Life” der Universität Leipzig, das sich der Erforschung verschiedener Volkskrankheiten widmet, erhält mit 38 Millionen Euro den größten Betrag. 30 Millionen Euro gehen an ein namhaftes Dresdner Zentrum zur Strahlenforschung in der Krebstherapie. Den Materialwissenschaften widmen sich drei Vorhaben in Dresden, Chemnitz und Freiberg. Das Projekt für Hochleistungswerkstoffe an der Bergakademie erhält mit 20 Millionen den kleinsten Betrag.
Eine Jury mit acht Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft hatte gestern die fünf Projekte ausgewählt. In einer ersten Runde waren im Februar von 13 Anträgen acht für die Finalrunde ausgesucht worden. Es seien "rein wissenschaftsgeleitete Entscheidungen ohne Anspruch der Ausgewogenheit" getroffen worden, sagte der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Matthias Kleiner. Für die Projekte wurden insgesamt sogar 380 Millionen Euro beantragt. Mittel für benötigte Bauvorhaben wurden aber von der Jury teilweise herausgestrichen, sie sollen möglichst noch aus anderen Töpfen fließen. Wichtig sei, dass die Mittel möglichst flexibel verwendet werden könnten, so Kleiner.
Stange sagte, Ziel der Landesinitiative sei es, mit aussichtsreichen Forschungsclustern den Abstand zur bundesdeutschen Konkurrenz zu verringern. Sie erwartet einen "wichtigen Schub" für die Forschung und Lehre an Sachsens Hochschulen. Die Projekte würden herausragende Wissenschaftler nach Sachsen holen. Kriterien für die Entscheidungen der Jury seien unter anderem die Verzahnung mehrerer Projekte, die Vernetzung mit außer universitären Einrichtungen und eine tragfähige wirtschaftliche Verwertung gewesen.
Die Exzellenzinitiative des Freistaates war vor einem Jahr in Anlehnung an den Bundes-Wettbewerb gestartet worden, bei dem Sachsen keinen Elite-Standort etablieren konnte. Laut DFG-Präsident Kleinert habe Sachsen nun beim nächsten Wettbewerb "hervorragende Aussichten, erfolgreicher zu sein". Dies sei auch ein Kriterium für die Auswahl der Projekte gewesen. Kenner der deutschen Hochschullandschaft wüssten, dass die Materialwissenschaften in Sachsen einen wichtigen Schwerpunkt bildeten.
Der Rektor der TU Dresden, Hermann Kokenge, betonte, die Entscheidung "unterstreicht die Forschungsstärke unserer Universität". Die Exzellenzinitiative biete die Möglichkeit, sich in ausgewählten Bereichen weiter zu profilieren. Der Leipziger Prorektor Martin Schlegel, sagte die Uni-Leitung sei stolz, dass das wissenschaftlich exzellente Projekt "Life” den Sprung an die Spitze geschafft habe.