Bayern und Sachsen wollen gemeinsam zum "Schaufenster" für Elektromobilität werden. Deshalb bewerben sich die beiden Freistaaten zusammen für das gleichnamige Vorhaben des Bundes, gab der sächsische Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) am Dienstag in Dresden bekannt. Bis Mitte Januar müssen die Konzepte eingereicht sein, im März trifft der Bund die Auswahl. Morlok geht davon aus, dass bis zu fünf "Schaufenster" entstehen. Sie sollen die Kompetenz Deutschlands in diesem Bereich verdeutlichen.

Konkret geht es um Vorhaben zu verschiedenen Aspekten der Elektromobilität. Bayern und Sachsen planen unter anderem Tests zur Reichweite von E-Fahrzeugen und wollen zudem das Verhalten der Verbraucher erforschen. Der Bund will in den kommenden drei Jahren insgesamt 180 Millionen Euro für das "Schaufenster" ausgeben und hofft darauf, dass sich Länder und Industrie mit einer Summe in doppelter Höhe beteiligen. Demnach würden insgesamt 540 Millionen Euro für Elektromobilität fließen.

Morlok zufolge stellt Sachsen zunächst 15 Millionen Euro bereit. Insgesamt habe man in den vergangenen beiden Jahren für die Forschung zur "Neuen Mobilität" mehr als 68 Millionen Euro eingesetzt. "Ich freue mich, dass Bayern und Sachsen hier zusammen vorangehen. Das ist ein starkes Bekenntnis zur Elektromobilität und wird die Technologie vorantreiben." Konkurrenz sieht er in Bewerbungen aus den Ländern Baden-Württemberg, Hessen, Berlin, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Morlok gab sich aber siegessicher. Als Garant führte er nicht nur zwei "starke Bundesländer", sondern auch deren Industrie an. "In Bayern und Sachsen gehört eine leistungsfähige Automobilindustrie mit komplexen Zulieferstrukturen zu den dominierenden Branchen im verarbeitenden Gewerbe", betonte der Politiker. Beide Länder würden daher alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bewerbung erfüllen. BMW hatte bereits angekündigt, 2013 im Leipziger Werk die ersten Elektroautos vom Band rollen zu lassen. Laut Morlok kann es nicht um eine direkte Marktförderung gehen. Aber auch "Schaufenster" könnten dazu beitragen, das Thema Elektromobilität langfristig bei den Bürgern zu verankern.