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| 01:31 Uhr

Sachsen übernimmt Verantwortung für die Naturjuwelen der Zukunft

Umweltminister Frank Kupfer (CDU/l.) und Mahmut Kuyumcu, LMBV-Chef, haben den Pakt nach vier Jahre andauernden Verhandlungen besiegelt. Foto: LMBV/Peter Radke
Umweltminister Frank Kupfer (CDU/l.) und Mahmut Kuyumcu, LMBV-Chef, haben den Pakt nach vier Jahre andauernden Verhandlungen besiegelt. Foto: LMBV/Peter Radke FOTO: LMBV/Peter Radke
Hoyerswerda. Der Freistaat Sachsen ist als erstes Bundesland in die Verpflichtung eingetreten, das Nationale Naturerbe in der Lausitzer Bergbaufolgelandschaft dauerhaft zu erhalten. Der Vertrag zur Übernahme des 850-Hektar-Areals ist am gestrigen Montag im Schloss Hoyerswerda (Kreis Bautzen) feierlich unterzeichnet worden. Die Flächen gelten als die Naturjuwelen der Zukunft. Von Kathleen Weser

Die kargen Böden der Bergbaufolgelandschaft sind für Wiederbesiedlungsprozesse von zahlreichen seltenen Pflanzen und Tieren ideal, weil sie großräumig störungsfrei und als Biotopverbund geeignet sind. Deshalb wurden die Areale, die in der Lausitz hauptsächlich über das Naturschutzgroßprojekt (NGP) Lausitzer Seenland gefördert werden, ein Teil der von der Bundesregierung im Jahr 2007 beschlossenen nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt. 680,7 Hektar Land im ehemaligen Braunkohlerevier zwischen Bluno und dem Erikasee bei Laubusch (Landkreis Bautzen) werden bis zum Jahr 2021 schrittweise in das Eigentum des Freistaates Sachsen übergeben. “Der Vertrag eröffnet die Chance, die noch notwendigen bergrechtlichen Sanierungsarbeiten noch besser mit den naturschutzfachlichen Zielstellungen abzustimmen„, erklärt Mahmut Kuyumcu, Vorsitzender der Geschäftsführung der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). So entstünden sichere Landschaften mit hohem Naturwer t.

U mweltminister Frank Kupfer pflichtet ihm bei. “Damit leistet Sachsen einen entscheidenden Beitrag für die Artenvielfalt. Dies ist ein Erfolg für die Natur„, sagt er. Im Freistaat sei beispielsweise ein Viertel aller Brachpieper-Vorkommen Deutschlands beheimatet, etwa 90 Prozent davon in der Tagebaufolgelandschaft. Der zielgerichtete Schutz der Natur im Einklang mit der Entwicklung des Lausitzer Seenlandes zur Urlaubsregion sei die einzige Perspektive für diese Region .

Nach dem Grundbruch zwischen Bergen und Bluno zeigt sich der Umweltminister froh darüber, “dass die Sicherheit Vorrang hat und der Freistaat Sachsen der hartnäckigen Forderung, die Einzigartigkeit dieser Landschaft im jetzigen Zustand zu konservieren, nicht nachgekommen ist„. Im Bereich der ehemaligen Innenkippe Spreetal waren vor wenigen Tagen etwa 80 Hektar Land plötzlich bis in 16 Meter Tiefe in sich zusammengefallen. In der Folge wurden vorsorglich zehn Prozent der bereits fertig sanierten und damit als sicher geltenden Kippenflächen ähnlicher Beschaffenheit lausitzweit erneut gesperrt.

Dieser Vorfall hat keinen Einfluss auf die Vereinbarung. “Die Flächen werden erst nach Abschluss der Sanierungsarbeiten und Ende der Bergaufsicht durch den Freistaat übernommen„, erklärt Mahmut Kuyumcu.

Neben den Flächen der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft werden in Sachsen weitere 2000 Hektar der bundeseigenen Bodenverwertungs- und Verwaltungsgesellschaft (BVVG) sowie 220 Hektar Land der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) als Nationales Naturerbe ausgewiesen.

Auch in Brandenburg sind die Verhandlungen um die LMBV-Areale inzwischen in die finale Phase getreten. “Wir sind sehr optimistisch, dass auch dieser Vertrag noch in diesem Jahr unterzeichnet werden kann„, sagt der LMBV-Geschäftsführer.

Zum Thema:
Naturschutzflächen18 Prozent aller Flächen der Bergbaufolgelandschaft, die die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) für die Nachnutzung sichert, werden für Naturschutzzwecke ausgewiesen. 850 Hektar Land in Sachsen, 1800 Hektar in Brandenburg und 2600 Hektar in Sachsen-Anhalt sollen über den Flächenfonds Nationales Naturerbe als dauerhafte Naturschutz-Areale gesichert werden. Quelle: LMBV