In Sachsen werden laut Umweltministerium jährlich 225 Millionen Kubikmeter des flüssigen "Rohstoffs" zum Waschen, Putzen, Kochen oder zum Bewässern genutzt. "In den heißen Monaten des Jahres kommt oftmals noch eine zweite oder dritte Dusche am Tag hinzu", betonte Ines Vossler von den Kommunalen Wasserwerken in Leipzig.
Der größte Teil des Trinkwasserverbrauchs in Sachsen wird durch die Talsperren gedeckt. Jährlich fließen rund 100 Millionen Kubikmeter aus den Talsperren in die Haushalte. Die mehr als 80 Talsperren bringen es insgesamt auf ein Fassungsvermögen von 580 Millionen Kubikmetern. Derzeit sind die Talsperren nach Angaben der Landestalsperrenverwaltung noch rund zu 80 bis 90 Prozent gefüllt. "Das ist durchaus ein normaler Wert für diese Jahreszeit", sagte ein Sprecher der Landestalsperrenverwaltung.
In Sachsens Landeshauptstadt laufen nach Auskunft der Stadtwerke an sehr heißen Tagen täglich bis zu 134 000 Kubikmeter Wasser aus den Hähnen, in Normalzeiten sind es lediglich 112 000 Kubikmeter. "Der Wasserverbrauch steigt deutlich mit der Wärme", sagte auch Ines Vossler. An heißen Tagen werden in Leipzig bis zu 107 000 Kubikmeter Wasser verbraucht, sonst sind es 10 000 Kubikmeter weniger.
Dennoch verbrauchen Sachsens Bürger insgesamt weniger Wasser als noch in den 90er-Jahren, heißt es beim Landesamt für Statistik. Waren es im Jahr 1991 noch durchschnittlich 140 Liter pro Einwohner und Tag, sank der Wasserverbrauch zuletzt auf 88,4 Liter (2004) pro Kopf. Damit liegen die Sachsen mit ihrem Verbrauch ein Viertel unter dem Bundesdurchschnitt.
Nach Angaben des BGW in Berlin sind die deutschen Wasserverbraucher besonders sparsam: "Wir in Deutschland wirtschaften mit unserem Wasser effizienter als viele unserer europäischen Nachbarländer." Von den 128 Milliarden Kubikmetern Wasser, die den Verbrauchern jährlich in Deutschland zur Verfügung stehen, würden nur 5,4 Milliarden gebraucht. Auch beim täglichen Wassergebrauch liegen die Deutschen mit 124 Litern pro Einwohner und Tag unter dem durchschnittlichen Verbrauch anderer europäischer Länder.

Hintergrund Wasser aus Talsperren
 Sachsens Talsperren waren in diesem Jahr so gut gefüllt, dass das Bautzener Staubecken problemlos die Wasserzufuhr nach Brandenburg um 1,6 auf 4,6 Kubikmeter je Sekunde erhöht konnte. Normal ist laut Katrin Schöne von der Landestalsperrenverwaltung für Juli ein Füllstand um 85 Prozent - 93 Prozent waren der Ist-Stand. Laut Staatsvertrag füllen die Talsperren Bautzen und Quitzdorf die Spree jährlich bei Bedarf mit bis zu 20 Millionen Kubikmeter Wasser auf.