Dies belegten bereits existierende Angebote für Schüler und Studenten.

Nach Expertenmeinung dürfte eine Umsetzung der Pläne auch nach einer politischen Zustimmung allerdings Jahre dauern. Wer Bus und Bahn stärken wolle, müsse einen einfachen und kundenfreundlichen Zugang ermöglichen, sagte Jähnigen. Momentan herrsche besonders in den Übergangsgebieten zwischen den fünf Verkehrsverbünden ein "Tarifwirrwarr, der viele Nutzerinnen und Nutzer massiv überfordert".

Die Expertenanhörung sollte nach Angaben der Grünen auch zur Unterstützung der von der CDU/SPD-Regierung kürzlich einberufenen ÖPNV-Expertenkommission dienen, die bis Ende des Jahres einen ersten Bericht zur Entwicklung des Nahverkehrs im Freistaat vorlegen soll.

Vertreter der Verkehrsverbünde warnten vor Mindereinnahmen in der Einführungsphase solch einheitlicher Tarife, die ausgeglichen werden müssten. Wie hoch diese ausfallen dürften, wurde jedoch nicht beziffert. Auch die Einnahmenverteilung wurde als Problem dargestellt. Bisher bietet allein die Bahn einen einheitlichen Sachsen-Tarif an.

Während in Sachsen diskutiert wurde, standen im Nachbarland die Zeichen auf Protest. Bus- und Straßenbahnfahrer aus Brandenburg demonstrierten in Potsdam mit einem Autokorso der Gewerkschaft Verdi für eine bessere Finanzierung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV).

Weil eine gesicherte Finanzierung ohne die Unterstützung der Landesregierung aus Gewerkschaftssicht nicht möglich ist, trafen sich Vertreter zudem mit Finanzminister Christian Görke (Linke). Dieser betonte, das Land unterstütze den Nahverkehr mit 100 Millionen Euro pro Jahr großzügig. Er sieht bei der Finanzierung vornehmlich Kommunen und Bund in der Pflicht.