Für die Betroffenen solle ein Hauptschulabschluss ein realistisches Ziel bleiben. Wenn den Jugendlichen das Selbstvertrauen fehle, drohe eine negative Schleife. "Diese Schleife wollen wir durchbrechen und insgesamt die Zahl der Schüler ohne Abschluss weiter verringern”, so Wöller. Derzeit verlassen etwa fünf Prozent die Mittelschule ohne Abschluss. In diesem Jahr werden 143 Jungen und 97 Mädchen aus den 8. Klassen in Lerncamps in Sayda (Kreis Mittelsachsen), Colditz (Kreis Leipzig), Papstdorf (Sächsische Schweiz), Pirna/Copitz und Seifhennersdorf (Kreis Görlitz) betreut. Die Zahl entspricht fast den Anmeldungen. 29 Lehrer, 28 Sozialpädagogen und 28 Jugendleiter erteilen den Schülern nicht nur Nachhilfe in Kernfächern wie Deutsch, Mathe und Englisch, sondern vermitteln neue Lernstrategien und mehr Motivation und Spaß am Lernen. "Die jungen Leute erleben in den Camps, dass sie zu großen Leistungen fähig sind und es Freude macht, Ziele zu setzen und zu erreichen”, sagt die Geschäftsführerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, Heike Kahl, die die Camps mit durchführt. Voriges Jahr schafften 81 von 98 Teilnehmern die Versetzung in Klasse 9. Die Jugendlichen, die von ihren Schulen anhand ihrer Noten und ihrer Verbesserungs hancen ausgewählt wurden, lernen täglich in fünf Unterrichtsstunden den Schulstoff und arbeiten zudem in Gemeinschaftsprojekten mit. Gelernt wird anhand der Zielsetzungen jedes Schülers, die in Bildungsvereinbarungen festgelegt wurden. Entscheidend ist allerdings, dass die Betreuung im Schulalltag von Lehrern und Sozialpädagogen nach den Ferien fortgeführt wird, um die Lernziele umzusetzen und bei Lernkrisen zu helfen. Für die Camps stehen 430 000 Euro bereit, weitere 500 000 Euro für die Folge-Betreuung. Die Finanzierung übernimmt zu 75 Prozent der Europäische Sozialfonds, zu 20 Prozent das Kultusministerium und zu fünf Prozent die Arbeitsagentur.