Dazu sollen von Januar 2008 an insgesamt 200 Erstgebärende und ihre Familien gezielt im Rahmen des Projekts "Pro Kind Sachsen" betreut werden, teilte Sozialministerin Helma Orosz (CDU) gestern in Leipzig mit. Das Modell ist Teil eines bundesweiten "Frühwarnsystems". In Sachsen bildet es den Schwerpunkt in dem Landesprojekt "Netzwerke für Kinderschutz". Dafür stellt der Freistaat den Kommunen zunächst bis 2009 rund 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. In den Städten Dresden, Leipzig und Plauen sowie im Muldental- und Vogtlandkreis sollen bis Ende 2011 vertiefende Programme umgesetzt werden.
"Kinder haben den Anspruch auf Schutz durch die Gesellschaft", betonte Orosz. Ein wesentlicher Baustein dafür sei eine bessere Kommunikation der verschiedenen Behörden und Beratungsstellen. Kinder dürften nicht zwischen den Schnittstellen verloren gehen, betonte Orosz. In den fünf Modellregionen sollen darum die jeweiligen Jugendämter ein präventives und fächerübergreifendes Hilfsangebot aufbauen. Zudem soll es gemeinsame Fortbildungen geben. "Wir müssen die unterschiedlichen Berufsgruppen zueinander bringen", sagte Orosz.
Gezielte Hilfen in Familien soll in den Modellregionen zudem das Projekt "Pro Kind Sachsen" leisten. Dafür werden Erstgebärende ausgewählt, die beispielsweise in einer finanziellen Problemlage sind oder ein Suchtproblem haben. Sie erhalten gezielte Angebote wie eine kostenlose Busfahrt zu den Vorsorgeuntersuchungen. Die Hälfte der Frauen erfährt zudem eine Hausbetreuung, an der Hebammen und Sozialpädagogen beteiligt sind.
Das Felsenweg-Institut der Karl Kübel Stiftung ist Projektträger und zuständig für die Fachberatung in den Regionen. Zudem gibt es eine Begleitforschung durch das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen. Sachsen ist neben Niedersachsen und Bremen einer von drei Standorten, an denen es das Projekt gibt. (dpa/ta) Infos im Internet: www.felsenweginstitut.de