Zumal dies auf Kosten der Regionalität ginge, die die Sachsen, die Thüringer und die Sachsen-Anhalter seit 1990 wiedergewonnen haben", sagte der sächsische Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) am Mittwoch. Er reagierte damit auf Äußerungen seines Amtskollegen und Parteifreundes Reiner Haseloff. Der hatte sich am Mittwoch in einem Interview offen für eine Fusion gezeigt. "Wenn Länderfusionen bundespolitisch gewollt sind, die Interessen der schwächeren Länder dabei berücksichtigt werden, werden wir uns in Mitteldeutschland der Fusionsfrage sicher nicht verschließen", sagte Haseloff.

"Die Länder Mitteldeutschlands kooperieren schon heute dort, wo sich durch gemeinsame Ziele oder gleiche Aufgabenstellungen Synergien erzielen lassen", betonte Tillich. "Da gibt es sicher auch noch Verbesserungsmöglichkeiten." Nach Auffassung der sächsischen Grünen-Fraktionschefin Antje Hermenau ist Haseloff konkrete Vorschläge schuldig geblieben. "Von engerer Kooperation zwischen Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen ist schon seit über zehn Jahren die Rede. Konkrete Ergebnisse sind Mangelware", sagte die Politikerin.