Die Staatsregierung konzen triere sich auf die Schwerpunkte Wirtschaft, Bildung und Solidarität und habe sich klare Ziele gesetzt: Bis 2030 wolle Sachsen beim Bruttoinlandsprodukt den westdeutschen Durchschnitt erreichen und bei der Arbeitsplatzdichte zu den drei besten Flächenländern gehören. Jeder Zweite über 18-Jährige solle eine Berechtigung für einen Hochschulzugang haben und der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss unter fünf Prozent liegen. Die Demografie sei dabei ein über allen Entscheidungen stehendes Querschnittsthema.Wer am Dienstag konkrete Antworten erhoffte, wurde allerdings enttäuscht. Das 17-seitige Papier kündigt Lösungsvorschläge, einen seit vier Jahren geplanten Demografie-Check für Gesetze und Förderprogramme sowie neue Planungsinstrumente zunächst nur an. Die Ressorts sollen bis Ende kommenden Jahres Konzepte zu ihren Bereichen vorlegen. Die Politik müsse vor allem die Lage deutlich machen, sagte Johannes Beermann. Dann müsse man entscheiden, ob man Dorfschulen erhalte - oder Schüler bündele und die Transportangebote ausbaue. Dazu will der Freistaat bis zum nächsten Jahr mehrere Modellregionen wie in der Oberlausitz oder im Westerzgebirge aussuchen, um die Lockerung von Standards oder eine alternative Organisation von Aufgaben zu erproben.Für eine flächendeckende Versorgung mit öffentlichen Dienstleistungen sollen das Internet und mobile Services die alten Behördenangebote ergänzen - oder sogar ablösen. Außerdem gelte es, die Bedingungen für Beschäftigung und Einkommen zu verbessern, lebenslanges Lernen zu fördern, die Chancen des aktiven Alters zu nutzen und ein generationsübergreifendes Miteinander zu beleben. Auch die Beziehungen der Städte zu ihrem Umland müssten verbessert werden, da die Städte weiter wachsen und eine immer größere Rolle spielen würden, so Beermann. Zudem müsse sich Sachsen für internationale, hoch qualifizierte Fachkräfte weiter öffnen, so Beermann.Nach den Prognosen werden statt ehemals 4,8 Millionen Menschen 1990 im Jahr 2020 nur noch 3,8 Millionen in Sachsen leben. Die Zahl der jungen Frauen sinke von 935 000 auf 562 000, die Zahl der Geburten halbiert sich. Nur die Lebenserwartung steigt auf 80 Jahre bei Männern und 85 Jahre bei Frauen, die Zahl der über 80-Jährigen verdoppelt sich. "Wir können die Trends nicht aufhalten, aber wir wollen sie gestalten", sagte Beermann.