Nach den fremdenfeindlichen Übergriffen in Clausnitz und Bautzen steht Sachsen am Pranger. Die Bundesregierung verurteilte die Geschehnisse als "zutiefst beschämend". Es sei kaltherzig, ankommende Flüchtlinge, darunter viele Frauen und Kinder, grölend und pöbelnd anzufeinden, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert zu den Ereignissen in Clausnitz vergangene Woche.

Am Wochenende war zudem in Bautzen eine geplante Unterkunft für Asylsuchende in Brand gesteckt worden. Die Staatsanwaltschaft Görlitz kündigte Ermittlungen gegen drei junge Männer an. Vorwurf: Behinderung der Feuerwehr bei den Löscharbeiten. Das kann mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe geahndet werden.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) forderte Politik und Gesellschaft auf, sich Rassismus und Fremdenfeindlichkeit entgegenzustellen. "Wir dürfen nicht warten, bis es den ersten Toten gibt. Wir brauchen eine neue Kultur des Widerspruchs", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Sachsens Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) räumte ein, dass Sachsen ein Problem mit Rechtsextremismus habe. Die Bilder von Clausnitz seien unerträglich. Die Ereignisse von Bautzen könne man "kaum noch in Worte fassen". Sachsen werde seine Anstrengungen gegen Fremdenfeindlichkeit deutlich verstärken müssen.

"Wir lassen uns das nicht gefallen. Wir lassen uns von ein paar Hohlköpfen nicht die Stadt kaputt machen", sagte Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens (parteilos) in der ARD. In der Vergangenheit sei in Sachsen einiges schief gelaufen; zu lange seien Dinge relativiert worden.

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