Beide Varianten hätten Sachsen "unmittelbar und direkt" Milliardenverluste gebracht. Tillich wurde als Ex-Finanzminister befragt. Er hatte das Ressort mitten in der Krise von Horst Metz (CDU) übernommen. Metz wies nach seinem Rücktritt jede Verantwortung für das Debakel zurück. Die Sachsen LB stand nach riskanten Geschäften einer Tochter auf dem US-Hypothekenmarkt vor dem Aus und wurde an die Landesbank von Baden-Württemberg (LBBW) verkauft. Tillich wiederholte am Montag die bisherige Argumentation der Regierung in dieser Sache. Mit dem Verkauf an die LBBW sei eine sehr respektable Lösung gelungen und Sachsen von erheblich höheren Risiken befreit worden. "Ein damals möglicher Rücktritt der LBBW vom Kauf hätte zu sehr viel höheren Belastungen des Freistaates führen können, als wir sie mit der Garantie in Höhe von 2,75 Milliarden Euro eingegangen sind", sagte Tillich. Die ursprüngliche Grundlagenvereinbarung zum Verkauf der Sachsen LB aus dem August 2007 war im Dezember des gleichen Jahres noch einmal ergänzt worden, unter anderem um Sachsens Milliarden-Garantie für mögliche Ausfälle riskanter Papiere. Tillich verwies darauf, dass alle Entscheidungen im Dezember unter einem erheblichen "Sach- und Zeitdruck" gestanden hätten. Mit Blick auf den Verkauf habe sich nicht mehr die Frage des Ob, sondern nur noch die Frage des Wie gestellt. Es sei darum gegangen, den "Worst Case" für Sachsen, die Kommunen im Freistaat und die sächsischen Steuerzahler zu verhindern. "Die Probleme der Sachsen LB waren nicht singulär, die Sachsen LB ist vielmehr als eine der ersten Banken in den Strudel der weltweiten Finanzkrise geraten", erklärte Tillich. Der Banken-Untersuchungsausschuss war schon 2005 eingesetzt worden und sollte ursprünglich mögliche Versäumnisse der Regierung bei der Aufsicht über die Bank und deren Beteiligung an Töchtern untersuchen. Das Kreditinstitut kam damals aus den Schlagzeilen nicht mehr heraus. Die Vorwürfe reichten von Dokumentenfälschung bis hin zu Inkompetenz beim Management, das inzwischen ausgewechselt war. 2007 setzte die Bankenkrise mit dramatischen Folgen für die Sachsen LB ein. Seitdem ist der Fokus auf diesen Teil gerichtet. dpa/mb