Bei seiner Wahl im Landtag erhielt der 42-Jährige am Mittwoch 69 von 122 möglichen Stimmen. Da die schwarz-rote Koalition im Parlament über 77 Mandate verfügt, stimmten mindestens acht Koalitionäre nicht für den neuen Regierungschef. Auch bei den Wahlgängen von Kretschmers Vorgänger Stanislaw Tillich (CDU) hatte es Abweichler gegeben. Kretschmer, der als einziger Kandidat angetreten war, nahm die Wahl an und dankte für das Vertrauen. Anschließend leistete er den Amtseid.

Tillich hatten nach dem desaströsen Abschneiden der sächsischen Union bei der Bundestagswahl die Verantwortung übernommen und Mitte Oktober seinen Rücktritt für Dezember angekündigt. Kretschmer war bislang Generalsekretär der sächsischen Union und am vergangenen Samstag zum Parteivorsitzenden der CDU im Freistaat gewählt worden. Bei der Bundestagswahl hatte er sein Direktmandat an einen AfD-Politiker verloren.

Tillich wurde am Mittwoch zu Beginn der Landtagssitzung von Parlamentspräsident Matthias Rößler gewürdigt. Tillich habe mehr als neun Jahre die Geschicke des Freistaates Sachsen mit viel Fachkompetenz und einem großen Herzen für die sächsische Heimat gelenkt.