Um den Bahnstreckenausbau in Ostsachsen Richtung Polen zu beschleunigen, nimmt die sächsische Regierung bis zu zehn Millionen Euro in die Hand. Damit sollen die Vorplanungen für eine Elektrifizierung der Strecke von Dresden über Görlitz bis zur polnischen Grenze finanziert werden.

"Mit diesen Planungen geben wir auch ein klares Bekenntnis zum Fernverkehr nach Breslau ab", betonte Verkehrsminister Martin Dulig (SPD), nachdem am Montag eine entsprechende Vereinbarung mit Bahn-Chef Rüdiger Grube in Dresden unterzeichnet wurde. Die durchgehende Verbindung nach Wroclaw (Breslau) war Anfang März eingestellt worden, weil auf polnischer Seite die Mittel gekürzt worden waren.

Aus Sicht der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus wäre es jetzt an der Zeit, "dass auch Brandenburg bei der seit Jahrzehnten anvisierten Elek trifizierung der Strecke Cottbus-Görlitz mit Planungskosten in Vorleistung geht". Der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Jens Krause betont gegenüber der RUNDSCHAU: "Das wäre ein klares Signal gegenüber dem Bund."

Potsdam hatte seine Priorität bisher auf die Polen-Verbindung über Forst gerichtet. "Doch hier ist auf polnischer Seite keine Modernisierung der Strecke vorgesehen", sagt Krause.

Dagegen sei Cottbus-Görlitz lange im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) und Dresden-Görlitz dafür angemeldet. Wenn sie mit Bundesmitteln gebaut werden, würden die Planungskosten erstattet, so Krause.

Wenn die Projekte über den BVWP gebaut werden, rechnen Experten mit einer Fertigstellung des Ausbaus frühestens in zehn Jahren.